
Die Vorstandschaft der Turngemeinde Landshut (TG) - mit Prof. Goderbauer-Marchner an der Spitze - hat am Montagabend (22.6.) - laut Wochenblatt von heute - tatsächlich beschlossen, Stadtrat Willi Hess, immerhin schon 25 Jahre Mitglied der TG und als solcher auch mit Urkunde geehrt, schriftlich aufzufordern, aus dem Verein auzutreten.
Der einzige Grund: CSU-Stadtrat Hess hat bei der letzten nichtöffentlichen Plenarsitzung gegen den Neubau einer weiteren Turnhalle im Anschluß an die Dreifachsporthalle des Sportzentrums West zum jetzigen Zeitpunkt gestimmt.
Gemäß den Sportförderrichtlinien der Stadt müßte die Stadt für ein derartiges Projekt 30 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen, das wären ca. 750.000 Euro. Hess sah da andere Aufgaben der Stadt (Schulsanierungen usw. ) aktuell als weitaus vordringlicher.
21 Stadträte stimmten wie Hess gegen den Turnhallenbau, nur 19 dafür. Es war eine Sitzung und Abstimmung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, auch unter Ausschluss der Pressevertreter. Doch schon kurz danach begann ein Hauen und Stechen. Zudem wurden quer durch die Parteien Stadträte und Stadträtinnen, die gegen das Projekt gestimmt haben, von einer TG-Mitarbeiterin angerufen und nach den Gründen für ihr Astimmungsverhalten befragt.
Die Fraktionschefin der Grünen, Sigi Hagl, sieht dadurch "die Grenzen des guten Geschmacks überschritten" ,wenn auf diese Weise jetzt Stadträte "ausgehorcht und belästigt" würden.
Stadtrat Willi Hess will jedoch standhaft bleiben und künftig erneut gegen den Turnhallenbau zur jetzigen Zeit stimmen. Mit der TG-Mitgliedschaft sei im übrigen kein imperatives Mandat verbunden, bei der Turngemeinde nicht und bei keinem anderen Verein.
Der OB-Wahlkampf ist somit eröffnet. Ob diese Art der Eröffnung zum Vorteil der potentiellen OB-Kandidatin Prof. Goderbauer-Marchner (55) war, ist eher zweifelhaft. In der Öffentlichkeit erntet die Front-Lady der Landshuter Mitte damit nur ungläubiges Kopfschütteln.
In einem Leserbrief schreibt heute im Wochenblatt der Fraktionschef der SPD-Stadträte, Robert Gewies, unter der Überschrift "Eine Halle ist nicht notwendig", dass der von der TG gewünschte Turnhallenbau bei der "bestehenden Prioritätenliste der Stadt zumindest zum jetzigen Zeitpunkt rational betrachtet unten durchfällt". /hs

