Seit Tagen beherrschte bei der Bayern-SPD die angekündigte Kandidatur des 71-jährigen Walter Adam, pensionierter Realschullehrer in Abensberg, die Diskussion vor dem Landesparteitag in Hirchaid. Seit 46 Jahren ist der kernige Sozi mit Rauschebart in der Partei. Er wolle seine Genossen auf- und wachrütteln. Mit höchstens fünf Prozent hat er gerechnet, doch er bekam bei der geheimen Wahl sogar 31,7 Prozent gegen den 42-jährigen Titelverteidiger Florian Pronold aus Deggendorf.
Dieser, von Beruf Rechtsanwalt, ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium und ein klarer Beförworter einer Regierungsbeteiligung der SPD auch in Bayern. Doch genau diese Option brachte den Abensberger Walter Adam in Rage. Regieren mit der CSU, "das geht überhaupt nicht", so Adam, der im übrigen nicht mit jungen SPD-Landrat Michael Adam (31) in Regen verwandt ist, doch dieser ist auch kein Freund von Pronold.
Heute, Sonntag, werden noch die Mitglieder des Landesvorstands neu gewählt. Aus Niederbayern kandidieren dabei auch mindestens drei Genossinnen und Genossen.

