
Kürzlich informierten sich die beiden Stadträte der Jungen Liste Karina Habereder und Thomas Haslinger gemeinsam mit dem JU-Kreisvorsitzenden Ludwig Schnur (links) an der Fachakademie für Sozialpädagogik der Schulstiftung Seligenthal über die aktuelle Situation von Erzieherinnen und Erziehern.
Schulleiter Dr. Stefan Brembeck stellte den fünfjährigen Ausbildungsweg an der Fachakademie vor und nahm zur aktuellen politischen Debatte um eine Ausbildungsverkürzung Stellung. Brembeck erteilte einem vom Kultusministerium geplanten Reformmodell eine klare Absage. Es stelle den bisher erreichten hohen Stand der Ausbildung radikal in Frage.
„Die vielen positiven Errungenschaften der letzten Jahre innerhalb der ErzieherInnenausbildung drohen mit einem Schlag vernichtet zu werden“, so Brembeck. Thomas Haslinger zeigte Verständnis für die Haltung der Fachakademie und sicherte zu, er werde sich „persönlich auf Landesebene bei den jungen Landtagsabgeordneten der CSU dafür einsetzen, dass das System grundsätzlich so bleibt wie es ist“, da nur so die hohe Qualität gehalten werden könne.
Die stellvertretende Schulleiterin Sabine Meyer erläuterte das breite Spektrum der beruflichen Aufgaben im Erzieherberuf. Aktuell seien Erzieherinnen und Erzieher zunehmend gefragt bei der Betreuung und Integration von jungen Flüchtlingen, sei es in den Kindertageseinrichtungen oder in Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. An die Adresse der Politik richtete sie den dringenden Wunsch, populistische Äußerungen in der Flüchtlingsfrage zu vermeiden, da diese die Arbeit in der Praxis zusätzlich erschwerten und dem Leid der betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht gerecht würden.
Hier versicherte Thomas Haslinger: „Wir wollen alles tun, damit junge Flüchtlinge frühzeitig gefördert werden – es gibt keine Gruppe die einfacher zu integrieren ist, als Kinder und junge Menschen.“ Ihre Wertschätzung für die Leistung von Erzieherinnen und Erziehern machten Ludwig Schnur und Karina Habereder deutlich und betonten, dass auch eine finanzielle Aufwertung der Berufsgruppe dringend geboten sei. Karina Habereder interessierte sich in diesem Zusammenhang auch für die Bezahlung von Praktika während der ersten beiden Ausbildungsjahre. Sie wolle sich für eine angemessene Entlohnung der Praktikantinnen und Praktikanten in den kommunalen Kindertageseinrichtungen einsetzen. Auch dies sei ein Beitrag dazu, den Erzieherberuf aufzuwerten und attraktiver zu gestalten.

