Heute, 46 Tage vor dem ersten Punktspiel des EV Landshut am 25. September (19.30 UIhr) daheim gegen den LHV Schönheide 09 in der Oberliga Süd findet also die wiederholt angekündigte finale Gesprächsrunde einer hochrangigen Interessengemeinschaft (ehemals "Elefantenrunde" tituliert) um den EVL-Vorsitzenden Helmut Barnerssoi, Hans Eller, einigen Großsponsoren und eben mit Rainer Beck und seinem Anwalt statt. Es geht um die Zukunft des Landshuter Eishockey-Profisports.
Will sich Beck total aus seinem Engagement beim EV Landshut zurückziehen oder nur zum Teil und damit Anteile an der LES GmbH an andere Anteilseigner abgeben (bis zu 49 % oder darübr hinaus?) oder will er vorerst als Alleingesellschafter in der Oberliga weitermachen, weil die Situation für ihn im Laufe der hoffentlich erfolgreichen Spielzeit ja nur besser werden kann.
Cheftrainer Toni Krinner (noch im Krankenstand) und EVL-Manager Christian Donbeck haben schon vor drei Wochen den sofortigen Wiederaufstieg in die Zweite Liga ausgerufen. Dem sei alles unterzuordnen. Man müsse jetzt nur noch nach vorn schauen. Zugleich beteuert Donbeck immer wieder, er würde als Person der Zukunft des EVL nicht im Wege stehen. Donbeck, ehemals Fußballtrainer (z.B. bei Ampfing) gilt seit der gemeinsamen Zeit beim Fußballclub SpVgg Unterhaching, wo Beck früher Vizepräsident war, als sehr enger Vertrauter des Alleingesellschafters Rainer Beck. Donbeck hat vor allem Verdienste als Anwerber neuer Sponsoren.
Rainer Beck gab sich die letzten Krisen-Wochen sehr wortkarg. Die Verweigerung der Lizenz für die Zweite Liga wollte er zunächst sogar juristisch anfechten. Erst die Aussicht auf die Lizenz für die Oberliga Süd hat ihn dazu bewogen, die Klage zurückzunehmen.
Wir schreiben nicht mehr die Landshuter Eishockey-Hochzeit mit zwei Deutschen Meistertiteln, mit Ausnahmekönnern wie Erich Kühnhackl, Alois Schloder, Butzi Auhuber oder Bernd Trunktschka. Heute ist die Erste Liga nur mit einem Jahresetat von mindestens sieben bis neun Millionen Euro zu bestehen. Die Zweite Liga kostet knapp die Hälfte, wenn man in der Tabellenspitze mitmischen will. Die Zuschauer bringen nur mehr ca. gut ein Drittel der erforderlichen Einnahmen in die Kasse. Auf die Sponsoren kommt es also an. Da war Christian Donbeck auf einem sehr guten Weg. 1,6 Millionen Euro hat er von den alten und neuen Geldgebern für die neue Zweitliga-Saison erwartet. In der Oberliga-Saison wird der EVL da etwas kleinere Brötchen backen müssen.
Die Interessengemeinschaft - auch OB Rampf war dabei - bekam bei der letzten Gesprächsrunde im Geschäftszimmer des EV Landshut Einblick in die Bilanzen des Proficlubs. Alle Probleme und Lösungsvarianten sollen heute zwar offen angesprochen werden, doch Druck - wie denn auch - soll nicht ausgeübt werden. Rainer Beck hat seit über drei Jahren allein die Fäden in der Hand. Er ist kein Hasardeur. /hs

