
Bei der neuen Unterkunft für junge Flüchtlinge, im ehemaligen Schwesternheim der Klinik, gibt es sogar einen Mini-Bolzplatz mit einem Hockey-Tor.
Landshut wird auch heuer wieder weit über 1.000 Zuzügler bekommen. Die Zahl von 69.000 Einwohnern wird überschritten. Um die Umterbringung (Wohnungen) dieser Zuzügler, darunter viele Ausländer aus Rumänien, Ungarn, Polen, braucht sich die Stadt nicht zu kümmern. Das regelt der freie Wohnungsmarkt. Die Regierung von Niederbayern hat schon im Sommer 2014 allen Städten und Gemeinde die Anweisung erteilt, für die (auch spontane) Neuankunft von Flüchtlingen vorzusorgen. Das ist jetzt ein Jahr her.
Landshut Stadt hat Glück, dass in der ehemaligen Schochkasene drei große Wohnblöcke kurzfritstig für die Unterkunft von Asylbewerbern und Kriesgflüchtlingen hergrichtet werden konnten. Nur knapp 40 Personen sind in einem mehrstöckigen Haus der Diakonie in der Maistraße einquartiert, bisher angeblich problemlos auch für die Nachbarschaft.
Die Hauptlast in Niederbayern trägt dabei freilich die zentrale Aufnahmestelle in Deggendorf, wo allein 150 Polizeikräfte mit den Aufnahmeformularitäten beschäftigt sind. Dazu kommt dort das Sonderproblem der Schleuser. Der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) konnte davon vor wenigen Wochen an Rande eines Vortrags in Landhut berichten.
In Landshut kamen im September 2014 die ersten 42 Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Mittlerweile wurde ein Notquartier in der ehemaligen Wäscherei der Klinik als Unterkunft für bis zu 87 Personen hergerichtet sowie nach und nach belegt. Vor wenigen Wochen wurden vor allem Kinder und Jugendliche ohne Elternbegleitung im kleineren Bau des Schwesternwohnheims einquartiert. Dort wohnhafte Schwestern und junge Ärzte sind klaglos zwei Stockwerke höher umgezogen.
Die Suche nach weiteren Sofort-Unterkunften wurde dabei von Oberbürgermeister Hans Rampf und seinem persönlichen Referenten Thomas Link, der im Rathaus die Stabsstelle Asylbewerber/Flüchtlinge leitet, angekündigt. Jetzt ist leider plötzlich von "Krise" die Rede, weil 13 Personen von 20 Neuankömmlingen am Donnerstag das Campieren im Freien dem Einzug in den großen Saal der Wäscherei vorgezogen haben. Darunter sind auch zwei Schwangere. Wir trafen die Gruppe noch gestern, Sonntag vor dem Eingang zur Wäscherei an. Ein mitleiderregndes Bild. Es sind Kriegsflüchtlige aus Syrien.
Leider wird jetzt dehalb plötzlich in Landshut die "Krise" ausgerufen. Es gibt in Landshut einen Runden Tisch für die Problematik. Die Stadt zahlt eine 12-Stundenkraft der FALA für die Betreuung der Asylbewerber bzw. Flüchtlinge. Vor wenigen Wochen wurde eine Kleiderkammer im Keller des ersten Wohnblocks der ehemaligen Schochkaserne eingerichtet. Deutschkurse werden angeboten. Das Haus International und die AWO sind, wie auch andere Hiflsorganistionen, engagiert. Drei CSU-Stadträte haben Antrag für die Errichtung eines Bolzplatzes mit Toren bei den Unterkünften in der Niedermayerstraße gestellt.
Zum Teil leben und wohnen in den Unterkünften der Niedermayerstraße noch Asylbewerber, die bereits ein anerkanntes Bleiberecht haben. Sie bekommen schlicht auf dem freien Wohnungsmarkt keine Unterkunft.
Es schaut ja derzeit wirklich erbärmlich aus rund um die die Wohnblöcke eins und zwei in der Niedermayerstraße. In wenigen Wochen wird ein erster Teil des nagelneuen Studentenheims gegenüber bezugsfertig sein. Der optische Kontrast könnte nicht größer sein.
Gegenüber dem Jugendzentrum der Alten Kaserne weist ein kleiner Handzettel an der Tür zum Eingang einer Ballspielhalle darauf hin, dass diese als weitere Sofort-Unterkunft umfunktioniert wird. Ist das auch Teil der akuten "Krise"? Bei der ehemaligen Wäscherei wurden vom THW am Donnerstag bzw. Freitag zwei Wohnzelte aufgebaut. Der Beginn der "Krise"?
Noch hat die Stadt nicht einmal ein Prozent der Einwohnerschaft (685 Personen) als Kriegsflüchtlinge bzw. Asylbewerber. Bitte Vorsicht also mit diesem "Krisen"-Gerede. Das ist Wasser auf die Mühlen an den Stammtischen. - Der Feriensenat könnte sich damit wenigstens kurz beschäftigen, ehe er um 18 Uhr zum feuchtfröhlichen Feiern in die Fest-Zelte der Festwiese zieht.
Wir werden es erleben, die bisher 620 Asylbewerber und Kriegs-Flüchtlinge - sicher werden es noch deutlich mehr - werden auch zum Thema im anstehenden OB-Wahkampf.
Heute, Montag, will Stabschef Thomas Link laut LZ "alle Kräfte neu bündeln und die Vorgänge beschleunigen". Klingt gut.
Im Park vor der Notunterkunft des Schwesternheims wurde bereits ein Eishockeytor aufgestellt. Dort vegnügten sich am Sontnagnachmittag junge Flüchtlinge beim Fußballspiel auf dem ausgetrockneten Rasen. Für diese Notunterkunft ist auch eine freiwilige Tasc-Force, bestehend aus Mitarbeitern, Angestellten der Klinik, hilfsbereit tätig. /hs

