Heute, 15 Uhr, öffentliche Sitzung des Feriensenats, danach Bieranstich vorm Rathaus und "Warmlaufen" der OB-Kandidaten

Heute, Freitag,  unterbrechen die Stadträte ihre Sommerpause und tagen um 15 Uhr bei der öffentlichen Sitzung des Feriensenats im Sitzungssaal des Alten Rathauses. Danach eröffnet gegen 18 Uhr Oberbürgermeister Hans Rampf traditionell vor dem Rathaus mit dem Bieranstich - in der Regel nicht meh rals zwei, drei Schläge - die Bartlmädult. Freibier gibt es aus dem ersten Faß Festbier und schon ab 16 Uhr wird vor dem Rathaus ein buntes, stimmungsvolles Unterhaltungsprogramm geboten. Die Maß Festbier kostet im übrigen 7.10 Euro. Peter Vorholzer ist dismal der Festwirt mit den günstigen Verzehrpreisen im großen Festzelt.

Beim Feriensenat haben die Senatoren zuvor unter der Leitung von Oberbürgermeister Hans Rampf 20 Themen zu bewältigen. Am meisten interessiert dabei wohl das Sanierugnskonzept (angeblich maximal 18 Mio. Euro) für die Eissporthalle, wo vor allem das marode Dach dringend erneuerungsbedürftig ist. Die Grünen. namentich Neu-Stadtrat Stefan Gruber,  haben im Zuge der Sanierung den Antrag gestellt, einen Teil der 5150 Stehplätze in Sitzplätze umzubauen, das Stadion auf maximal 5.000 Besucherplätze zu verkleinern, um potentielle Folgekosten zu sparen. Das sei abslut ausreichend, auch für die wieder angestrebte Zweite Eishockeyliga.

Der ESV Kaufbeuren (2. Liga) geht bekanntlich einen anderen Weg. Er saniert nicht, sondern baut für 22 Millionen Euro ein komplett neues Eishockeystadion mit 3.500 Steh- und Sitzplätzen. In Landshut wurde ein alternativ neues Stadion auf 45 Millionen Euro von einer Architektengruppe im Rahmen einer Machbarkeitsstudie (90.000 Euro) veranschlagt. Warum mehr als doppelt so teuer wie in Kaufbeuren ist bisher nicht erklärt. In Kaufbeuren wurde für den Stadion-Neubau im Januar 2015 sogar erfolgreich (60 % zu 40 % ) ein Bürgerbegehren durchgeführt. Das könnte in Landshut - zumal im OB-Wahlkampf - auch noch ein brisantes Thema werden. 

Im Gegensatz zu den Grünen drängt die Fraktion der Landshuter Mitte auf einen möglichst schnellen Beginn der Sanierung des Eisstadions ohne Verkleinerung der Platzkapazität. Ähnlich ist die Haltung der CSU-Fraktion. Die Stadträte Helmut Radlmeier, Lothar Reichwein und Philipp Wetzstein haben zur Sitzung des Feriensenats zum Thema EVL einen Dringlichkeitsantrag eingereicht.

Bei der Sitzung selbst stehen drei Personen im Focus. Das sind die so gut wie designierten OB-Kandidaten Radlmeier (48, CSU) und Gruber (43, Die Grünen) sowie Prof. Dr. Goderbauer-Marchner (55, LM). Alle drei sitzen in der ersten Reihe, Gruber und Goderbauer-Marchner mittig direkt nebeneinander.. Radlmeier linksaußen. Wer spricht zu welchem Thema? Wie oft kommt jeder der drei OB-Aspiranten zu Wort? Kommt es zu direkten Rede-Duellen? Wer wird wie stark mit Beifall unterstützt? Oder schiebt sich bei der CSU doch noch Fraktionschef Rudolf Schnur in den Vordergrund? 

Wie wiederholt gemeldet, treffesn ich beretis am Freitag und Samstag, 4./5. September die Führungsgremien der Landshuter CSU im Kurort Thyrnau bei Passau zu einer zweitätigen Klausur, um die OB-Kandidatenfrage zu debattieren bzw. zu entscheiden. Einen Monat später treffen sich die Landshuter Grünen im Geisenhausener "Stefannihof" am Samstag, Sonntag, 3./4. Oktober zur Kandidaten-Klausur. Auch kreative, begeisterungsfähige Nicht-Mitglieder und Sympathiesanten sind dazu willkommen. Als medialer Sachverständiger wird auch der ehemalige Landshuter LZ-Stadtredaktionsleiter Georg Soller bei der Klausur der Grünen dabei sein. Das hat bei der politischen "Konkurrenz" einen gewissen Da-schau-her-Effekt ausgelöst. 

Was potentioelle OB-Kandidaten bzw. Kandidatinnen angeht, so wird natürlich von der SPD eine Kandidatin erwartet, allem Anschein nach Patricia Steinberger (44), Tochter von Ex-Bürgemeister Gerd Steinberger. Bei der FDP läuf alles auf einen OB-Kandidaten Alexander Putz (51), seit zwei Jahren souveräner Vorsitzender der im Aufwind befindlichen Landshuter Liberalen, zu. Bei den Frieen Wählern herrscht weitgehend Windstille. Die eigentlch natürliche OB-Kandiddatin, MdL Jutta Widmann (53), ist seit Monaten politisch nicht präsent. Der neue FW-Vorsitzende Alfons Bach hat wiederum einen eigenen OB-Kandidaten bzw. eine Kandidatin angekündigt. Die OB-Kandidatin der "Freien" könnte auch Kirstin Sauter (36) heißen, erste Nachrückerin bei den "Freien" in den Stadtrat. Landesvorsitzender MdL Hubert Aiwanger hält sehr viel von Kirstin Sauer, die aktuell stellv. FW-Vorsitzende in Landshut ist. Man wird diesbezüglich wohl während der Dult mehr erfahren.

Die LInken hatten 2010 mit dem 27-jährigen Andreas Jonny Huber - damals persönlicher Büroleiter von MdB Claudia Möller - einen OB-Kandidaten. Diese Partei (auf Bundesebene mit 8 bis 10 Prozent bei Umfragen) will sich im September in Landshut neu formieren. Ein OB-Kandidat der Linken ist also durchaus noch möglich, was vor allem der SPD nicht gefallen dürfte.

Und da ist noch die Bayernpartei. Deren Vorsitzender, Stadtrat Robert Neuhauser, favorisiert nach wie vor Stadtkämmerer Rupert Aigner als den für die Landshuter Situation denkbar besten OB-Kandidaten. Alternativ wird bei der Bayernpartei auch über eine junge (30), fesche, selbstbewußte  und angeblich auch recht eloquente Kandidatin nachgedacht.

Also dürften es wieder mindestens sechs Bewerber/innen wie zuletzt 2010 geben. Aber es gibt diesmal keinen "Titelverteidiger". Das macht diese OB-Wahl - zumal wohl mit Radlmeier und Goderbauer-Marchner zwei CSU-Mitglieder - und mit Gruber ein ehemaliges CSU-Mitglied - gegeneinander antreten, ähnlich wie bei der OB-Wahl 2004 -  besonders spannend und wie damals könnte erneut Rudolf Schnur, der als CSU-Stadtrat 2004 nicht seinen CSU-OB-Kandidaten Ludwig Zellner, sondern mehr oder weniger offen den BfL-Kandidaten Hans Rampf unterstützte, im Zusammenwirken mit der Jungen Liste (Haslinger, Habereder, Friedrich) und der JU (Vors. Ludwig Schnur) bzw. SU (Schüler Union) einen wichtige Rolle spielen.  /hs