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Letzte Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten: Gruber greift Radlmeier mehrmals an, Putz spürt das Momentum – gibt es eine Stichwahl?
28. September 2016, 23:57 Uhr
Das war’s dann also. Nein, natürlich nicht mit der OB-Wahl, die findet ja erst am übernächsten Sonntag statt. Aber mit den Podiumsdiskussionen im Vorfeld. Die letzte, zu der sich die vier Bewerber um das höchste Amt der Stadt versammelten, lockte am Mittwochabend zu den Themen Migration und Integration rund 230 Besucher in die Alte Kaserne. Sie bekamen eine vor allem psychologisch spannende Veranstaltung zu sehen.
Inhaltlich hatten Helmut Radlmeier (CSU), Stefan Gruber (Grüne), Patricia Steinberger (SPD) und Alexander Putz (FDP) dem Publikum wenig wirklich Neues zu erzählen. Interessant war eher der Umgang der Kandidaten untereinander, konkret: Die Angriffslust von Gruber und mit Abstrichen von Putz gegen Radlmeier.
Sowohl der FDP-Mann als auch der Grüne – das war die Botschaft des Abends – glauben an ihre Chance, gegen den Favoriten in die Stichwahl zu kommen. Gruber knöpfte sich Radlmeier mehrmals offensiv vor: Der CSU-Mann solle nicht immer ausweichen, er solle mal einen Fehler eingestehen, er habe ein Wissensdefizit.
Radlmeier blieb bei alledem stets gelassen; allenfalls die Tatsache, dass er den Kontrahenten mit „Herr Gruber“ anredete, ließ vermuten, dass auch ihm nicht nach Kuscheln war. Das hatte man schon anders erlebt bei vergangenen Debatten, da versuchte er seinen Duzfreund noch verbal mit der vertrauten Anrede „Stefan“ zu umarmen.
Der Liberale Putz hatte nicht seinen energiegeladensten Tag erwischt. Er scheint aber ein Wahlkampf-Momentum zu spüren, das ihn viel weiter tragen könnte als es vor einigen Monaten denkbar schien. Die OB-Wahl ist auf der Zielgeraden richtig spannend (geworden), die Zeichen deuten auf eine sehr ordentliche Wahlbeteiligung hin, und alle vier Kandidaten werden nach der letzten Podiumsdiskussion nun bis zum 9. Oktober auf ihren eigenen Veranstaltungen, an den Infoständen usw. um jede Stimme kämpfen.

