Seit 2011 stieg die Zahl der Neubürger in Augsburg sprunghaft an, um bis zu 5000 jährlich auf nun 293 000 Einwohner. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
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In Augsburg ist die Zahl der Einwohner in den vergangenen Jahren sprunghaft gestiegen.
Die Stadt will nun dafür sorgen, dass die Mietpreise bezahlbar bleiben und legt ein großes Bauprogramm auf.
Auch leerstehende Wohnungen sollen wieder vermietet werden - dafür wird ein Sorglos-Paket für die Hausbesitzer aufgelegt.
Von Christian Rost, Augsburg
Wegen des überraschend starke Zuzugs nach Augsburg steht die Stadtspitze unter Zugzwang. Seit 2011 stieg die Zahl der Neubürger sprunghaft an, um bis zu 5000 jährlich auf nun 293 000 Einwohner. Von den Wohnungsreserven, die die Schwabenmetropole zuvor noch hatte, ist nichts mehr übrig. Das schwarz-rot-grüne Regierungsbündnis im Rathaus startet deshalb eine "Offensive Wohnraum Augsburg". Dabei sollen nicht nur Tausende Wohnungen neu gebaut werden. Überdies will Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) die Augsburger dazu bewegen, leer stehenden Wohnraum zu vermieten und zu große Wohnungen gegen kleinere zu tauschen.
Auch weil sich immer mehr Menschen für Augsburg als Wohnort entscheiden und nicht etwa fürs noch immer deutlich teurere München, platzt die Fuggerstadt inzwischen aus allen Nähten. 23 000 Einwohner mehr als noch im Jahr 2011 - diese Entwicklung brachte auch einen Anstieg der Nettokaltmieten von 21 Prozent in fünf Jahren mit sich. Zurzeit werden durchschnittlich 8,60 Euro je Quadratmeter Mietwohnung bezahlt. "Vor ein paar Jahren hätte niemand gedacht, dass ein so hoher Bedarf an Wohnraum in Augsburg entstehen würde", sagt Dominik Hoppe, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WBG. "Auch hier werden für Immobilien mittlerweile Mondpreise gezahlt."

