Grünes Licht für Amazon in Moosbürg

Der Internethändler Amazon kommt mit einem Verteilerzentrum ins Moosburger Industriegebiet Degernpoint, direkt an der Grenze der Landkreise Freising und Landshut. 

Immer mehr alteingesessene Geschäfte schließen in der Landshuter Innenstadt. Ein Grund dafür manifestiert sich jetzt vor den Toren der Stadt: Der Internethändler Amazon kommt mit einem Verteilerzentrum ins Moosburger Industriegebiet Degernpoint, direkt an der Grenze der Landkreise Freising und Landshut. Schon im nächsten Jahr, zum Weihnachtsgeschäft 2019, soll der Betrieb aufgenommen werden. "Die geben richtig Gas", sagt Moosburgs Bauamtsleiter Herbert Held.

Gebaut wird das Verteilerzentrum laut Auskunft des Baureferatsleiters von dem Unternehmen GARBE. Ein entsprechender Antrag wurde am Dienstag im Moosburger Bauausschuss mit 9:3 Stimmen abgesegnet. Viel diskutiert wurde in dem Gremium nicht mehr. "Ich hatte Schlimmeres befürchtet", sagt Held. Eine andere Möglichkeit, als das Projekt abzunicken, hatten die Räte aus baurechtlicher Sicht aber auch gar nicht. Degernpoint ist ein Industriegebiet und die 6.700 Quadratmeter große Logistikhalle auf dem 30.000 Quadratmeter großen Grundstück unweit der Grenze zum Landkreis Landshut entspricht im Großen und Ganzen den Anforderungen des Bebauungsplans. Nur kleinere Befreiungen sind nötig.

Die drei Gegenstimmen im Bauausschuss kamen dann auch nur von den Grünen und den Linken. Laut Held habe es vor allem Bedenken wegen des Lieferverkehrs gegeben. Moniert wurde aber auch, dass Amazon den klassischen Einzelhandel in den Städten bedrohe.

Gut 200 neue Mitarbeiter

Bei dem Projekt, entstehen sollen auch ein Bürobau, eine Technikzentrale und ein Parkhaus mit vier Ebenen und 4.600 Quadratmetern Fläche, handelt es sich aber nicht um ein Warenlager. In Degernpoint werden die Päckchen des Versenders nur umverteilt. Lkw und Sprinter liefern sie nachts an, Kleintransporter schwirren dann am Morgen in die Region aus, um die Lieferungen zu den Empfängern zu bringen. Gearbeitet wird an sechs Tagen in der Woche rund um die Uhr. Bis zu 103 Mitarbeiter sind in der Nachtschicht beschäftigt, in der Frühschicht sollen bis zu 85 Angestellte arbeiten, in der Spätschicht sind es voraussichtlich 23 Mitarbeiter. Mit Stellenanzeigen sucht Amazon bereits einen Leiter für das Verteilerzentrum, das unweit der Auffahrt zur A92, der Verkehrsader in Richtung Ostbayern, entstehen soll. Der Münchner Flughafen ist ebenfalls nicht weit entfernt.

Wichtig ist das Projekt bei Moosburg für Amazon, damit die Päckchen noch schneller ausgeliefert werden können. Laut Informationen auf der Webseite des Onlinehändlers betreibt Amazon derzeit elf Logistikstandorte und insgesamt sieben Verteilerzentren in Deutschland. Das in Degernpoint soll das achte werden. Mit der eigenen Logistik will sich der Internetgigant unabhängig von Paketdiensten wie zum Beispiel den der Deutschen Post, DHL, machen.

Der Moosburger Baureferatsleiter will gehört haben, dass das Verteilerzentrum in Degernpoint vorerst das "letzte von Amazon in Bayern" sein soll. Eine gute Nachricht ist das für den traditionellen Einzelhandel in Südostbayern trotzdem nicht. Denn das bedeutet auch, dass Amazon sich damit bestens gerüstet sieht, die Kunden flächendeckend innerhalb kürzester Zeit zu versorgen. Schon am 4. November 2019 soll es losgehen.