Landshut - 09.06.2019) Der Entwurf eines „Gesetzes für eine faire Kassenwahl in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV-FKG) sieht vor, dass sich bisher regional aufgestellte Kassen bundesweit öffnen müssen. Insbesondere jüngere und gesunde Versicherte werden Beitragssatzunterschiede zwischen den AOKen nutzen, um die Kasse zu wechseln. Die
Folge ist ein verschärfter Preiswettbewerb, der den wirtschaftlichen Druck auf Fusionen erhöhen wird. Gefragt ist aber mehr Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung.
Innovative Versorgungskonzepte braucht es insbesondere in der regionalen Gesundheitsversorgung, um diese zukunftssicher zu machen. Statt zentralistischer Vorgaben ist regionale Vielfalt gefragt. Ein reiner Preiswettbewerb gefährdet dieses Ziel.
Der im Risikostrukturausgleich vorgesehene „Metropolenzuschlag“ erschwert die Zukunftssicherung der regionalen Versorgung, da finanzielle Mittel aus strukturschwachen ländlichen Regionen in überversorgte und teure städtische Gebiete umgeleitet werden. Durch diesen Fehlanreiz werden sich Krankenkassen auf attraktive großstädtische Regionen konzentrieren und sich aus regionalen Versorgungsansätzen zurückziehen.
Dadurch droht eine nachhaltige Schwächung der Gesundheitsversorgung in strukturschwachen und ländlichen Regionen. Die AOK Bayern ist für eine Weiterentwicklung des Morbi-RSA, der die zielgenaue Zuweisung der Mittel an die Versicherten erhöht, die Versorgungsbedarf haben. Zudem muss die Weiterentwicklung den Gesundheitsstandort Bayern stärken.
Die vorgesehene Entregionalisierung verschlechtert auch die wohnortnahe Betreuung der Versicherten. Bundesweit tätige Krankenkassen haben sich bereits aus der Fläche
zurückgezogen und viele Geschäftsstellen geschlossen. Bei der AOK Bayern arbeiten über 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Regionen. Sie kennen die Menschen und den Versorgungsbedarf. Die AOK Bayern will die hoch qualifizierten Arbeitsplätze in den bayerischen Regionen erhalten. Nur so kann eine wohnortnahe Betreuung und Beratung sichergestellt werden. Die Pläne Spahns gefährden dieses Ziel.
Fazit:
Die von Spahn geplante Öffnung regional tätiger Kassen führt zu einem Preiswettbewerb, der den wirtschaftlichen Druck auf Fusionen erhöhen wird. Zielgenaue regionale Versorgung und Betreuung werden dadurch erschwert.
Der Gesetzentwurf eröffnet keinerlei neue Spielräume für regionale Vertragslösungen und Versorgungsoptionen. Die AOK Bayern fordert vom Bundesgesundheitsminister deshalb
mehr Spielräume, um mit ihren Gesundheitspartnern vor Ort über innovative Versorgungsmodelle zukunftssichere Lösungen zu entwickeln. Die AOK Bayern will mehr Wettbewerb um die beste Gesundheitsversorgung.
Die angedachte Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs schwächt die regionale Gesundheitsversorgung. Die AOK Bayern fordert eine Weiterentwicklung, die die Versorgungsbedarfe der Versicherten zielgenau abbildet und den Gesundheitsstandort Bayern stärkt.

