
Vordere Reihe links nach rechts: Petra Högl, Georg Büschl, Magdalena Eisenmann, Max Steinherr, Jakob Zwingel. Hintere Reihe Janja Schorer-Dremel, Daniel Dorfmeister Isabella Karl, Thomas Fleischmann, Verena Stichlmeyr, Johannes Sing, Niklas Schädler, Martin Schöffel, Theresa Stetter, Matthias Högl, Matthias Engelhuber, Martin Unverdorben, Johanna Schönberger
Bayern - pol (28.10.2022) Die Bayerische Jungbauernschaft wurde am 26. September von der CSU-Landtagsfraktion in den Landtag München eingeladen. Ziel des Treffens war ein Austausch zu der Zukunft der Landwirtschaft in Bayern. Diese Chance ließen sich 17 Junglandwirte:innen nicht entgehen.
Nach den Begrüßungsworten von Thomas Kreuzer (Fraktionsvorsitzenden), Martin Schöffel (Agrarpolitischer Sprecher), Eric Beißwenger (Umweltpolitischer Sprecher) und der BJB-Landesvorsitzenden Magdalena Eisenmann wurde mit einer offenen Fragerunde gestartet. Das aktuelle Thema Energiesicherheit und Energiepreise brannte den Junglandwirten:innen zu Beginn besonders auf dem Herzen. Es kristallisierten sich im Wesentlichen zwei Gesichtspunkte heraus. Warum wurde in den letzten Jahren in Bayern wenig erneuerbare Energieträger ausgebaut und wie kann aus Sicht der Politik die aktuelle Krise bewältigt werden?
Laut den Politikern wird standortbedingt in Bayern weniger Strom aus Windkraft gewonnen als im Norden und zudem sei die Netzstruktur noch nicht ausreichend ausgebaut. Stimmen der CSU benannten die Nutzung von Kohle, Öl und Kernkraft als die Lösung aus der aktuellen Energiekriese, worin die BJB nicht ganz zustimmen konnte. Für den systemrelevanten Sektor Landwirtschaft forderten die Vertreter:innen der BJB e. V: einen Energiepreisdeckel und Steuersenkungen.
Eine weitere aktuelle Herausforderung ist die zusammengebrochene Düngerindustrie. Die Junglandwirt:innen erläuterten die Kostensteigerung in diesen Bereich und die damit einhergehende Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Möglichkeit vermehrt Wirtschaftsdünger einzusetzen, bedarf dem Aufbau von weiterer Infrastruktur. Dazu zählt die unbürokratische Umnutzung von Gärbehältern und der privilegierte Bau von Güllelager für viehlose Betriebe. Diese Anregung wurde von den Gesprächsteilnehmer:innen interessiert aufgenommen. Ein weiteres Problem in der fehlenden Düngerproduktion ist der CO2-Mangel. Viele Schlachthöfe stehen vor der Herausforderung das Betäubungsgas zu erhalten, was wiederum die vorgelagerte Wertschöpfungskette schwächt. Durch eine CO2-Privilegierung für Schlachthöfe könnte dem vorgebeugt werden, so die BJB Vertreter:innen.
Durch die aktuellen Probleme in der Energieversorgung rücken die Umweltdienstleistungen und der damit verbundene (Kosten-)Aufwand der Landwirtschaft wieder in den Hintergrund. Die Bayerische Jungbauernschaft fordert daher, dass die Erfüllung der Umweltprogramme weiter beworben werden und rentabel sein muss, was bei steigenden Kosten nicht der Fall ist. Ebenso wurde die Rolle von Standards im globalen Wettbewerb und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft thematisiert. Da die Angleichung der Standards nur schwer umsetzbar ist, muss durch eine klare Herkunftsbezeichnung die Landwirtschaft in Bayern gestärkt werden, waren sich die Teilnehmenden einig.
Wichtig ist, dass die Verbraucher:innen den Mehrwert von regionalen Lebensmitteln stärker wertschätzen, worin sich die Abgeordneten und Junglandwirt:innen einig waren. Die Verbraucher:innen müssen von den Vorteilen einer intakten Landwirtschaft vor Ort und der Produktion von regionalen Lebensmitteln weiter informiert werden. Das kann jedoch nicht allein über die Schulen geleistet werden, so die Aussage der CSU-Landtagsfraktion. Es braucht die Unterstützung der Eltern und der landwirtschaftlichen Berufsgruppe dazu. Die dementsprechende didaktische Ausbildung der Landwirt:innen spielt dabei eine wichtige Rolle, um Wissen zu transportieren. Hier waren sich die Verterter:innen der BJB und der CSU einig.
Die Bayerische Jungbauernschaft e.V. bedankt sich recht herzlich bei der CSU-Landtagsfraktion für die Einladung und den Austausch!
Die Bayerische Jungbauernschaft e.V. (BJB) vertritt als Jugendverband rund 20.000 junge Menschen in den ländlichen Regionen Bayerns. Unsere Motivation: Lebenswerte ländliche Räume für Jugendliche und junge Erwachsene erhalten und gestalten. Mit unserer ehrenamtlichen außerschulischen Jugendarbeit tragen wir einen wichtigen Teil dazu bei. In unserem Netzwerk sind wir unter anderem Mitglied des Bayerischen Jugendrings und des Bunds der Deutschen Landjugend. Mehr Infos auf unserer Homepage www.landjugend.bayern
Fotos:
IMG_3998.JPG: Gruppenbild mit CSU-Abgeordneten und BJB-Mitgliedern

