Landshut - hs (28.08.2023) Zahlreiche auch überregionale Fernsehteams kamen am Montagabend zur Landshuter Wahlkundgebung der CSU um 19 Uhr in die voll besetzte Schmidt-Festhalle von und mit Ministerpräsident Markus Söder, in erster Linie wohl aus einem Gund. Sie wollten von Söder hören, ob und wie es mit der Koalition mit Hubert Aiwanger nach der am Samstag bekannt gewordenen Flugblatt-Affäre weitergehen werde. - Flugblatt im Anhang siehe Textende.
Markus Söder nannte ja selbst das von Helmut Aiwanger, dem um 11 Monate älteren Bruder von Vize-MInisterpräsident Hubert Aiwanger (geb. am 26.01.1971) laut eigener Aussage verfasste Flugblatt "zutiefst menschenverachtend". Für Dienstagvormittag (29.08.) hat Söder daher eine Sondersitzung des Koalitionsausschusses einberufen. Dort soll sich Hubert Aiwanger, in dessen Schultasche als 17-jähriger Gymnasiast in Mallersdorf-Pfaffenberg ein oder auch mehrere Flugblätter gefunden wurden, umfassend erklären. Hubert Aiwanger, daheim in Pahrstorf, heute ein Stadtteil von Rottenburg, wurde ja damals (1988) ins Direktorat des Gymnasiums beordert und befragt. Er soll sich für schuldig erklärt haben und zur Strafe musste er lediglich ein Referat über das "Dritte Reich" halten. Erst nach den exclusiven Enthüllungen durch die Süddeutsche Zeitung (auf der Titelseite) und danach durch die massive Berichterstattung anderer Print- und Online-Medien sowie auch von praktisch allen Fernsehsendern erklärte sich überraschend dessen älterer Bruder Helmut, heute Besitzer eines Waffengeschäfts in Rottenburg, als Verfasser des damaligen Flugblattes. Er wollte sich damit bei den Lehrkräften rächen, weil er damals als Schüler durchgefallen sei.
Die Oppositonsparteien im Bayerischen Landtag (ohne die AfD), also SPD, Grüne und FDP, reagierten höchst empört und wollen eine Sondersitzung des Landtags zur Causa Aiwanger beantragen und dabei notfalls die Entlassung von Hubert Aiwanger als Staatsminister und Vize-Ministerpräsident durch Ministerpräsident Markus Söder verlangen. Das würde wohl freilich sechs Wochen vor der Wahl des Bayerischen Landtags am 8. Oktober ein politisches Erdbeben auslösen. Seit Montag, 28. August, läuft ja bereits die Briefwahl.
Markus Söder hat jedoch am Montagabend bei der Wahlkundgebung in Landshut unmissverständlich vom Rednerpult aus erklärt, dass er die bürgerliche Koalition - ohne Hubert Aiwanger bzw. die Freien Wähler namentlich zu erwähnen - fortführen wolle. Er, Söder wolle alternativ auf keinen Fall mit den Grünen als Koalitionspartner regieren.
Nachstehend das skandalöse Flugblatt - aus Bild Online (28.08.2023)

