Landshut - pm (25.08.2026) Am Donnerstag, 28. August, zeigt von 12 bis 19 Uhr das international arbeitende Künstlerduo bankleer in der Innenstadt von Landshut (Ecke Altstadt/Kirchgasse) - in Kooperation mit Feuerwehr Landshut und der Kulturabteilung der Stadt Landshut - ihre Intervention „Fontäne Isar - Infrastrukturtheater“ im Rahmen der Projektreihe DREAM ILLEGAL – KUNST ALS WIDERSTAND.
Mit der Installation einer improvisierten Fontäne aus mobiler Pumpe und Feuerwehrschläuchen, bringen die Künstler das Geschenk des fließenden Wassers der Isar als öffentliches Gut und verschwenderische Energie unmittelbar in den öffentlichen Raum zurück. Das Flussbett, das Rohrnetz, die Pumpe, das Becken, der Überlauf, die energetische Nutzung, die wasserbaulichen Eingriffe und die sich über Hunderte Kilometer erstreckende Kanalisation bilden den Sockel der Fontäne. Die Fontäne wird direkt aus dem Gewässersystem der Isar gespeist und pumpt statt klarem Trinkwasser das reale, ungefilterte Flusswasser der Region hoch in die Luft. Dieses fließt über die Kanalisation wieder zurück in den Fluss.
Je nach Wetter und Zufluss ändert sich das Bild der Fontäne. Sie fungiert als sensorisches Organ, das den realen Zustand des Flusses zeigt. Sie holt die vermeintlich externe Natur mitten in die Stadt. Der Fluss wird mitten in der Stadt zum Sprechen gebracht. Das dabei in die Höhe schießende Wasser zerstäubt, verdunstet und gelangt als Wassertropfen wieder auf die Erde. Die feinen Aerosole werden eingeatmet, landen auf der menschlichen Haut und kühlen bei ihrer Verdunstung eine überhitzte Innenstadt merklich ab. So wird der Fluss zum aktiven Gestalter des öffentlichen Raums, zu einer Abkühlungsoase und zu einem für alle Bürger*innen kostenlos und frei zugänglichen Wasserspiel. Durch die Fontäne wird die Isar für einen Moment erfahrbar – nicht als gestauter, bürokratisierter und kanalisierter Fluss, sondern als großzügige Gabe schmelzender Gletscher mit eigener Handlungsmacht, die gefeiert werden will, solange sie noch fließt.
„Fontäne Isar - Infrastrukturtheater“ ist Teil des Projekts DREAM ILLEGAL – KUNST ALS WIDERSTAND von Peter Kees. Das Projekt umfasst mehrere künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum in Bayern – finanziert durch Verbindungslinien/BBK aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst – und versteht Kunst als Form gesellschaftlicher Auseinandersetzung und Intervention.
Über die Künstler: BANKLEER (KARIN KASBÖCK / CHRISTOPH MARIA LEITNER) arbeiten seit 1999 vor allem in Berlin und seit kurzem in Landshut. Sie agieren an den Grenzen zwischen Aktivismus, Text, Video und skulpturaler Performance. Seit 2025 bauen sie den neuen Studienschwerpunkt Plastik und Environment an der Kunstuniversität Linz auf.
Weitere Informationen zur Arbeit des Künstlerduos finden Sie unter www.bankleer.org.

