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Krokodilstränen über Klimaschäden in bayerischen Bergseen

Dr. Michael StöhrÖDP-Experte Michael Stöhr sieht in Langzeitstudie eine „Ausrede fürs Nichtstun“

Bayern - pm (19.09.2022) Der bayerische Umweltminister Glauber beklagt in einer aktuell veröffentlichten Langzeitstudie Schäden, die der Klimawandel in den bayerischen Bergseen bereits verursacht hat, „ohne auch nur mit einem Wort auf die Ursachen des Klimawandels einzugehen“, kritisiert Dr. Michael Stöhr, ÖDP-Landesbeauftragter für Klimaschutz.

„Viele Krokodilstränen, aber kein Wort darüber, dass Bayern Spitzenreiter im Flächenverbrauch ist, wodurch im Boden gebundener Kohlenstoff als Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre gelangt. Kein Wort über eine umfassende Mobilitätswende, welche im Freistaat wie im Bund systematisch torpediert wurde. Kein Wort über eine Wende hin zu einer ökologischen und klimafreundlichen Landwirtschaft. Kein Wort über die penetrante Weigerung der bayerischen Staatsregierung von der 10H-Regel abzurücken und eine natur-, arten- und anwohnerschutzverträgliche Nutzung der Windkraft zuzulassen. 2% der Landesfläche würden hierfür ausreichen.“ - Stöhr könnte noch mehr aufzählen.

Glaubers Hinweis, es sei ja noch "Forschung mit langem Atem" erforderlich, ist nach Ansicht der ÖDP eine „Ausrede für das Nichtstun“. „Das soll wohl bedeuten: Man kann da jetzt noch gar nichts machen. Da muss erst noch weiter geforscht werden. Als ob die Lösungen nicht seit Jahren auf dem Tisch lägen und jüngst erst wieder vom Weltklimarat eindringlich eingefordert worden wären“, sagt Michael Stöhr. „Reduktion der Nutzung fossiler Energien, unter anderem durch eine umfassende Mobilitätswende, vollständiger Umstieg auf erneuerbare Energien, humusaufbauende Landnutzung …“, zählt der Klimaschutzexperte als unverzichtbare Maßnahmen auf.

In der Pressemitteilung des Umweltministeriums heißt es wörtlich: "Seen mit türkis-trübem Erscheinungsbild als Folge einer Kalkausfällung als Kohlenstoffsenke werden künftig öfter und in einer wachsenden Zahl in Bayern zu beobachten sei. Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass in Sedimenten erhebliche Mengen an CO2 in Form von Kalk gebunden und langfristig gespeichert werden“. Damit, so Stöhr, „sorgt der Minister wohl bereits für den Fall vor, dass die ‚Forschung mit langem Atem‘, nicht die Lösungsvorschläge erbringt, die der Staatsregierung gefallen. Das soll wohl heißen: Alles bestens. Wenn das für den Klimawandel verantwortliche CO2 von der Natur in den Bergseen ganz von selbst entsorgt wird und auch noch in herrlichem Türkis schimmert, brauchen wir ja gar nichts tun“. Der Minister verschweige mit dieser Argumentation jedoch, „dass die Mengen an CO2, die so in Bergseen gebunden werden können, lächerlich klein sind im Vergleich zu den laufenden Emissionen sind“. Stöhr: „Die Wählerinnen und Wähler werden für dumm verkauft“.

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