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Alte Scheunen, neu gedacht: Fachtagung zur Denkmalpflege

Denk Mal an Scheunen und Stadl

v. l.: Dr.-Ing. Vinzenz Dufter, Michael Leidl, Dr. Birgit Angerer, Ulrike Andres, Dr. Maximilian Seefelder, Dr. Daniela Sandner, Christoph Scholter, Magelone Diehl-Zahner, Lorenz Schröter, Dr. Susanne Fischer und Kathrin Zenger. - Fotos: Eva Müller

Massing - pm (10.07.2023) Was tun mit einem alten Stadel, der höchstens noch als große Abstellkammer gebraucht wird und vielleicht schon windschief und wacklig dasteht? Einfach wegschieben? Dass es sich lohnt, über weitaus bessere Alternativen nachzudenken und sie auch umzusetzen, das hat die zweitägige Fachtagung „Denk Mal an Scheunen und Stadel! Pflege historischer Baukultur im 21. Jahrhundert“ deutlich gemacht.

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege (BLfH) organisierte in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) sowie der Katholischen Erwachsenenbildung Rottal-INN-Salzach und dem Denkmalnetz Bayern im Freilichtmuseum Massing Vorträge, Workshops sowie am zweiten Tag eine Exkursion zu ausgewählten Scheunen in der Region.

Kaum möglich, einen passenderen Veranstaltungsort als das Freilichtmuseum Massing zu finden: Der Stadel am Heilmeierhof bot Platz und Gedankengut für die gut 70 Interessierten, die zunächst den Grußworten des Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern und Vorsitzenden des BLfH, Dr. Olaf Heinrich, von Dr. Susanne Fischer, Stellvertreterin des Generalkonservators des BLfD, sowie Edeltraud Plattner, stellvertretende Landrätin des Landkreises Rottal-Inn, lauschten.

Um sich thematisch auf die Tage einzustimmen, folgten Impulsvorträge von Referentinnen und Referenten vom Fach: Dr. Maximilian Seefelder erläuterte als Bezirksheimatpfleger von Niederbayern die architektonische Bedeutung eines Stadls: „Einen Bauernhof ohne Stadl gibt es nicht.“ Die einstige Bedeutung der Scheunen gehöre der Vergangenheit an, nun hieße es, erfinderisch zu sein: Ob multifunktionale Eventlocation, Wohngebäude oder kulturelle Einrichtung – Möglichkeiten gebe es viele.

Denk Mal an Scheunen und Stadl Haus in Haus

Erste Station der Exkursion war der Pfarrstadel in Schwindkirchen bei Dorfen - eine beeindruckende „Haus-im-Haus“-Konstruktion.

Dr.-Ing. Vinzenz Dufter, Fachbereichsleiter „Haus und Siedlung“ im BLfH, sprach über Vierseithof und Getreidestadl und vermittelte so ein Gefühl für die Geschichte der Gebäude, die nicht erst seit heute dem Wandel unterworfen sind. Einen spannenden Vorausblick auf den zweiten Tag bot Michael Leidl von Arc Architekten aus Bad Birnbach, denen der Pfarrstadl in Schwindkirchen anvertraut wurde. Mit Bildern und Worten zeigte Leidl den Wandel des Gebäudes von einer baufälligen, dem Abriss geweihten „Beinahe-Ruine“ hin zu einem Bürgerhaus, das mit einer ganz besonderen „Haus-im-Haus“-Architektur glänzt und ganz nebenbei die Gemeinde in diesem Gemeinschaftsprojekt stärkte. Christoph Scholter, Gebietsreferent in Oberbayern im BLfD, blickte mit dem Publikum in die Geschichte der Baukultur zurück, ging auf die Schwierigkeiten des Erhalts der Stadel ein und appellierte daran, „in einer Ruine das Juwel zu erkennen“.

Mit ihrem Impuls schloss Ulrike Andres aus dem Bereich Cultural Heritage und Kulturgüterschutz von der Universität Heidelberg den theoretischen Vormittag. Sie legte den Fokus auf bürgerschaftliches Engagement und beschäftigte sich mit der Frage, was Bürgerinnen und Bürger motiviert, sich einzusetzen. Am Fallbeispiel eines Gebäudes in Hohenems zeigte sie, wie sich Engagierte drei Jahre lang ehrenamtlich dafür eingesetzt haben, einen Abriss zu verhindern und im historischen Gebäude ein Museum zu konzipieren.

Mittagessen und Museumsrundgang sorgten für eine willkommene Pause, bei der reichlich diskutiert wurde, bevor nach der Theorie das Mitmachen aller Teilnehmenden gefragt war: Fünf Workshops rund ums Thema boten Gelegenheit für Austausch, Gedankenspiele und Diskussion. Die Teilnehmenden konnten frei wählen, welcher Gruppe sie sich anschließen wollten: Referentinnen waren Dr. Birgit Angerer vom Denkmalnetz Bayern, Mia Goller und Regina Westenthanner von HeimatUnternehmen zwischen Isar und Inn, Ramona Riederer von der Allgäu GmbH mit ihrem Projekt „Alter Hof sucht neue Liebe“, Magelone Diel-Zahner und Kathrin Zenger von der Katholischen Erwachsenenbildung Rottal-INN-Salzach sowie Carina Böckl von der Hans-Lindner-Stiftung mit Franzisca Jacobs.

Rund um und im Heilmeierhof tauschten sich die Workshop-Leiterinnen und Teilnehmende aus, diskutierten im Schatten, notierten ihre Gedanken und schließlich präsentierten die Referentinnen die Ergebnisse allen, um ihre Impulse zu teilen. Da fielen so wunderbare Sätze wie „Das Wichtigste für den Projektanfang ist die Vision.“ Oder aber: „Es braucht Orte, sich zu begegnen und dazu Netzwerke. Das Thema Denkmal muss mit dem Sozialen, dem Austausch verknüpft sein.“ Und freilich auch: „Bloß nicht von den Ideen abbringen lassen, mit Leidenschaft und Freude dranbleiben.“

Denk Mal an Scheunen und Stadl Fotoausstellung

Die Scheune der Alten Post in Triftern von Bernd Stöcker beeindruckte die Besucher. Die aktuelle Ausstellung von Martin Waldbauer ist noch bis zum 30. Juli zu sehen.

Ganz praktisch und anschaulich sollte sich der zweite Tag mit einer Bus-Exkursion zu ausgewählten Stadeln in der Region gestalten: Erste Station Schwindkirchen bei Dorfen, wo die Teilnehmenden schon tags zuvor von der sagenhaften Umnutzung des Pfarrstadels gehört hatten. Etwas ganz anderes war es natürlich, dieses „Haus im Haus“ mit den eigenen Augen zu sehen. 3000 freiwillige Stunden in der zweijährigen Umbauphase leisteten die Schwindkirchner, die mit knapper Mehrheit vor über 20 Jahren im Pfarrgemeinderat für den Erhalt des Stadels stimmten. „Darum ist das heute unser Pfarrheim“, betont der einstige Kirchenpfleger Franz Wimmer. Die Oberlichter sorgen für ausreichend Licht im „Haus im Haus“, der Stadel steht in seiner beachtenswerten Größe da, das Moderne fügt sich geschmeidig ins Alte und dazu ist Platz für ein umtriebiges Gemeindeleben vom Christkindlmarkt über die Tauffeier bis hin zu Jugendfesten und Ausstellungen.

Zurück in den Landkreis Rottal-Inn ging es über die „Wirts Kathi“ in Kichdorf am Inn, wo beim Mittagessen ausgelassen weiter diskutierte wurde und neue Bande geknüpft wurden. Ein Teilnehmer verabschiedete sich etwas früher, um gleich darauf als Gastgeber die Pforten seines ganz besonderen Stadels zu öffnen: Bernd Stöcker. In Triftern steht die Alte Post, ein Gebäudekomplex aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Im Jahr 2014 erwarb der Bildende Künstler Stöcker die Alte Post und schuf mit Hartnäckigkeit ein neues Kulturzentrum in der Region, entgegen allen Unkenrufen. Ein Bürgerentscheid sah schon das Beiseiteschieben des „alten Trums“ vor. Neuen Mut schöpfte Stöcker schließlich durch das Förderprogramm LEADER. Dazu war ein Nutzungskonzept nötig – Museum, Gruppenraum, Kegelbahn und Ausstellungsfläche. Bernd Stöcker erzählte von seiner Motivation, die Alte Post zu erhalten: „Ja, ich brauchte Ausstellungsfläche. Aber es sollte nicht nur mein Atelier werden, sondern für viele Künstler offen sein. Eine Kombination aus Kunst und Biergarten und Café und Wechselausstellungen und Theater und Tanz – das schwebte mir vor.“ Viele Förderer und die Gründung des Kunst- und Kulturvereins Triftern machten es möglich, dass der Stadel heute ist, was er ist. Das Haupthaus, ein historisches Gasthaus, ist ebenfalls auf dem besten Wege, aus dem Dornröschenschlaf erweckt zu werden.

Nachdem die Exkursionsgruppe noch kurz Zeit hatte, die aktuelle Foto-Ausstellung von Martin Waldbauer auf sich wirken zu lassen, ging es weiter zur letzten Station nach Furth zwischen Hebertsfelden und Schönau, wo ein alter Stadel aus dem 17. Jahrhundert zu seiner neuen Bestimmung finden wird. In naher Zukunft wird die Eigentümerfamilie dort einziehen, denn bald wird auch das Wohnhaus des denkmalgeschützten Dreiseithofs saniert. Danach wird der Stadel vielleicht vermietet. Noch ist die Sanierung nicht abgeschlossen und so konnten sich die Besucherinnen und Besucher auf der Baustelle davon überzeugen, wie gewieft die Umsetzung ist: Die einzige Lichtquelle ist die Durchfahrt durch die Tenne, die Fenster überflüssig macht.

Von vielen Eindrücken inspiriert wurde Abschied genommen und feststeht: Dieses Netzwerktreffen hat gewiss einen nachhaltigen Beitrag zu einem erweiterten Bewusstsein für die identitätsprägende ländliche Architektur geleistet.

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