MdL Ruth Müller und Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner - Foto: Caro Arns
Bayern – pm (11.11.2025) Wie es um die Zukunft des Bahnausbaus in der Region Landshut steht, wollte die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller im Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner erfahren. Dabei wurde schnell klar, dass die kommenden Jahre für Bahnreisende wie auch für das Bahnpersonal viele Herausforderungen bereithalten werden.
Büttner betonte, dass das Sondervermögen von rund 130 Milliarden Euro endlich die Chance biete, langfristig zu planen – etwas, das in den letzten Jahren kaum möglich war. Notwendig sei das dringend, denn der aktuelle Zustandsbericht der Bahn bewertet die Bahnhöfe in Bayern nur mit der Note 3,11 und die Schieneninfrastruktur mit 3,0 – bei einer Skala von eins bis sechs.
„Wir brauchen endlich einen verlässlichen Finanzrahmen, um Stellwerke, Bahnübergänge und Signaltechnik nachhaltig zu modernisieren“, forderte Müller. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben gebe es jedoch keinen Bestandsschutz, was bedeutet, dass viele Projekte langwierige Planfeststellungsverfahren durchlaufen müssen. „Das werden wir beim Bahnausbau Nordostbayern deutlich zu spüren bekommen“, so Müller weiter.
Der sogenannte „Generalsanierungsplan“ der Deutschen Bahn sieht umfangreiche Bauarbeiten auf den Strecken Nürnberg–Regensburg–Passau sowie Hof–Regensburg vor. Diese Maßnahmen werden zwangsläufig auch Auswirkungen auf den Zugverkehr im Raum Landshut und auf die wichtigen Pendlerstrecken nach München, Regensburg und Passau haben. Streckensperrungen, Schienenersatzverkehr und Umleitungen werden den Alltag vieler Reisender in den nächsten Jahren erschweren.
Besonders kritisch sieht Müller, dass die Planungen und Bauarbeiten zeitlich mit der anstehenden Erweiterung des Münchner Verkehrsverbunds (MVV) auf die Region Landshut zusammenfallen. „Wenn wir am 12. November in München den Startschuss für die Verbundraumerweiterung feiern, dürfen wir am 1. Januar keinen Kater erleben – mit günstigen Tickets, aber zu wenig nutzbaren Verbindungen“, so Müller. „Jetzt rächt sich, dass über Jahrzehnte zu wenig in die Schiene investiert wurde.“
Deutschland investiere derzeit 198 Euro pro Kopf und Jahr in die Schieneninfrastruktur, während Österreich mit 352 Euro und Luxemburg mit 587 Euro deutlich weiter seien. „Wenn wir die Verkehrswende ernst nehmen, muss sich das Verhältnis dringend ändern“, fordert die Abgeordnete.
Positiv wertete Müller die Absicht der Bahn, Sanierungsmaßnahmen künftig ganzheitlich zu denken: „Nicht nur Schienen und Weichen müssen erneuert werden, sondern auch das Umfeld – also Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und Park-and-Ride-Angebote.“ Ein Beispiel sei der Bahnhof Neufahrn, dessen barrierefreier Umbau seit Jahren auf sich warten lässt. „Und der jetzt angekündigte Ausbau wird nur stattfinden, weil die Gemeinde Neufahrn eine Teil der Kosten übernimmt“, ärgert sich Müller, die sich seit mehr als einem Jahrzehnt für den barrierefreien Ausbau dort eingesetzt hat.
Gerade für die stark wachsende Zuzugsregion Landshut sei eine leistungsfähige Bahninfrastruktur entscheidend – sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für die wirtschaftliche Entwicklung. „Damit der Osten Bayerns nicht abgehängt wird, brauchen wir zügige Planungen, klare Prioritäten und vor allem die finanzielle Absicherung der Projekte“, so Müllers Fazit.

