Bayern - pm (07.01.2026) Zwischen rasanter KI-Entwicklung und den Kernwerten echter Menschlichkeit setzt der Verband zum Jahresbeginn ein klares Zeichen: Jetzt ist der Moment, Bildung mutig, menschlich und gemeinschaftlich neu auszurichten. „Wir leben 2026 an einem besonderen Wendepunkt: KI eröffnet enorme Möglichkeiten – und gleichzeitig wird das, was uns menschlich macht, noch wichtiger.“, stellt KEG Vorsitzender Martin Goppel klar.
Die KEG Bayern sieht darin keinen Grund zur Sorge, sondern eine einmalige Chance für einen Neuanfang.
Deutschland kann mehr – und hat das Potenzial, Bildung neu zu gestalten
Eine aktuelle IW-Studie zeigt, dass Deutschland bei den Bildungsausgaben noch Luft nach oben hat. Für die KEG Bayern ist das ein klarer Auftrag. Jetzt investieren, jetzt gestalten, jetzt Zukunft sichern.
Gerade die frühkindliche Bildung ist dabei ein Schlüssel. Dort wird gelegt, was später trägt: Sprache, Kreativität, soziale Stärke, Konzentration – all das entsteht in den ersten Lebensjahren. Wo heute noch Plätze oder Kinder fehlen, sieht die KEG vor allem eines: ein riesiges Gestaltungsfeld, um Kindern beste Startchancen zu geben und Familien zu entlasten.
Schulen und Kitas als Orte der Kraft – nicht der Überlastung
Viele gesellschaftliche Herausforderungen landen heute in den Schulen und Kitas. Die KEG richtet den Blick bewusst auf Lösungen: Mit guter Ausstattung und klaren Strukturen (inkl. Arbeitszeiterfassung) können Schulen und Kitas zu Orten werden, an denen Vielfalt gelingt, Lernfreude wächst und Kinder ihr Potenzial entfalten. Gerade dabei spielt die Qualität der Beziehungen eine zentrale Rolle: Lernen, Entfaltung und Exploration gelingen nur dort, wo Kinder ihren Fachkräften und Lehrkräften vertrauen und eine stabile, positive Bindung erleben. Das gilt für Krippe, Kindergarten, Schule und Ganztag gleichermaßen. Dafür braucht es gut ausgebildetes Personal, das reflektiert arbeitet, sich fachlich austauschen kann und vor allem ZEIT hat, um Bindung aufzubauen und ein gesundes sozial-emotionales Umfeld zu sichern.
Ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr bewertet die KEG als starken Hebel, um Kinder gezielt zu unterstützen und ihnen einen guten Übergang in die Schule zu ermöglichen. Gut gedacht – doch entscheidend wird sein, wie dieses verpflichtende Jahr in der Praxis umgesetzt wird und ob die Rahmenbedingungen den pädagogischen Anspruch tatsächlich tragen.
Auch politische Entscheidungen, die bisher stärker finanziellen Zwängen folgten, versteht die KEG als Anstoß für einen Dialog, der 2026 neu geführt werden muss – sachlich, mutig und im Sinne der Kinder. Die Aktion „Wimpel für Wandel“ ist hier ein wichtiger Schritt.
Kirchliche Einrichtungen: Starke Partner in einer sich wandelnden Welt
KEG-Landesvorsitzender Goppel hebt hervor: „Kirchliche Träger in Bayern haben bereits viele entscheidende Impulse gesetzt: moderne Konzepte, zeitgemäße Gebäude, klare Leitlinien, faire Bezahlung mit Haltung und einer Arbeitszeiterfassung, da das Deputatsmodell vielerorts nichts mehr zeitgemäß ist.
Gleichzeitig zeigt sich die Kirche offen für Zukunft: weitreichende Reformen, mutige Weiterentwicklungen und eine gelebte Willkommenskultur sollen Schulen und Kitas zu Orten machen, die Sicherheit geben, Vielfalt fördern und Kinder stärken.
2026 – Das Jahr des Aufbruchs
Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 sieht die KEG eine große Chance, die Schule von morgen aktiv zu gestalten.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Ganztag bedeutet mehr als Betreuung: Er eröffnet Raum für gemeinsames Lernen, Leben und Wachsen.
Die Politik ist eingeladen, diesen Wandel zu unterstützen und Bildung als Zukunftsinvestition zu begreifen – nicht als Kostenfaktor oder Verwaltungseinrichtung. Vielfalt anerkennen, Frieden und Demokratie stärken und Innovation ermöglichen: Das sind laut KEG keine Selbstläufer, sondern bewusst gestaltete Entscheidungen. Wenn Ganztag gut gelingen soll, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte, die diesen Raum aktiv gestalten, begleiten und verantworten. Lernen, Leben und Wachsen können nur dort gelingen, wo Kinder sich wohlfühlen, gesehen werden und Menschen begegnen, denen sie vertrauen können.
Die fünf Kernbotschaften der KEG Bayern – für eine starke Bildung im Jahr 2026
- Praxisorientiertes Lernen stärken
- Kinder lernen am besten, wenn sie ausprobieren dürfen. Projekte, Experimente und echte Herausforderungen machen Wissen lebendig.
- Verantwortung wachsen lassen
- Wer versteht, welche Wirkung sein Tun hat, handelt bewusst. Genau das stärkt junge Menschen.
- Echte Kompetenzen statt oberflächliche „Skill-Kosmetik“ fördern
- Kreativität, kritisches Denken und Problemlösung gehören ins Zentrum moderner Bildung – gerade im KI-Zeitalter.
- Reflexion verankern
- Selbstreflexion öffnet den Blick für Motivation, Lernwege und ethische Fragen. Das macht Kinder stark und sicher.
- Ganzheitliche Bildung sichern
- Bildung soll Kopf, Herz und Hände verbinden – damit aus Wissen Haltung, aus Können Verantwortung und aus Lernen Leben entsteht.
Gemeinsam Zukunft gestalten – Kirche und Staat an einem Strang
Die Gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre sind herausfordernd – und zugleich chancenreich: für neue Orientierung, neue Werte und neue Lösungen.
Die KEG Bayern sieht darin eine gemeinsame Aufgabe von Kirche und Politik. Kirche bietet über ihre wertorientierte Bildungsarbeit Orientierung und Identität. Politik kann diese Impulse in tragfähige Entscheidungen übersetzen. „Junge Menschen erwarten Zukunft – und wir können sie ihnen geben“, unterstreicht Goppel.
Bewegung, Begegnung und Vertrauen sind die Grundpfeiler dieses Wegs. Schulen, Kitas, Verwaltungen, Politik und Bistümer sind eingeladen, ihn gemeinsam zu gehen.
Zum Abschluss erinnert die KEG an Worte, die Mut machen – Kindern, Eltern und allen, die Bildung gestalten: „Du bist geschaffen, erlöst und geliebt – genau so, wie du bist.“
„Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut.“ – 1. Mose 1,31

