
MdL Ruth Müller (Mitte) im Austausch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. - Foto: Rinderspacher
München - pm (20.01.2026) Auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahm die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller am Gedenkakt zur Erinnerung an Flucht und Vertreibung der Ungarndeutschen in der Münchner Allerheiligen-Hofkirchte teil. Der Bundespräsident hatte zu der Veranstaltung eingeladen, die an das Schicksal von Millionen Menschen erinnerte, die infolge von Krieg, Gewalt und Nationalismus ihre Heimat verloren.
Ruth Müller engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Vertriebenen-Politik auf Landesebene und organisiert seit vielen Jahren in der Region Ausstellungen zur Erinnerungskultur und -geschichte.
In seiner Rede betonte Steinmeier die bleibende Verantwortung der Erinnerung. „Wer sich der Geschichte stellt, übernimmt Verantwortung für die Zukunft“, so der Bundespräsident. Erinnern dürfe niemals spalten, sondern müsse Grundlage für Verständigung und Versöhnung sein.
Im Anschluss an den Gedenkakt kam Ruth Müller mit dem Bundespräsidenten, den sie noch aus seiner Zeit als Bundesaußenminister kennt, ins Gespräch. Dabei ging es auch um die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur – gerade vor dem Hintergrund aktueller Kriege und weltweiter Fluchtbewegungen.
Flucht und Vertreibung sind für Müller nicht nur ein historisches Thema, sondern wie bei vielen Menschen Teil der eigenen Familiengeschichte: Ihre Großeltern mussten im Januar 1945 aus Schlesien fliehen und fanden schließlich in Pfeffenhausen eine neue Heimat. Auch ihre Taufpaten waren von der Vertreibung aus dem Sudetenland betroffen.
„Diese Erfahrungen prägen bis heute viele Familien – auch Generationen später“, so Müller. Erinnern bedeute, das Leid der Betroffenen anzuerkennen und daraus Verantwortung für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben abzuleiten. Versöhnung könne nur dort gelingen, wo Geschichte nicht verdrängt, sondern offen benannt werde.
Der Gedenkakt mache deutlich, dass Frieden, Demokratie und Menschlichkeit keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern jeden Tag neu verteidigt werden müssten.

