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9.09. Tag des offenen Denkmals im Kleinbauern-Haus. Sebastian Stanglmaier rettet historischen Bauernhof

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Altdorf (29.08.2018) Wenn Steine und Mauern sprechen könnten: Sie könnten so viel erzählen, von Kriegen, Hungersnöten, aber sicher auch guten Tagen in alter Zeit, die Mauern des Kleinbauern-Hofs Klingl-Sölde in Altdorf, Bahnhofstraße 15, dessen Tore am Tag des offenen Denkmals öffnen, am Sonntag, 9. September.

Der Hauseigentümer Sebastian Stanglmaier ermöglicht Besuchern damit ein ungewöhnliches Erlebnis: Denn der um das Jahr 1695 errichtete Bauernhof wird umfassend restauriert, Interessierte können sich somit ein Bild eines denkmalgeschützten Gebäudes am Beginn einer Sanierungsmaßnahme machen.

Weit über 1300 Baudenkmäler gibt es im Landkreis Landshut, aus allen Stilepochen – Kirchen wie Burgen, Villen wie Bauernhäuser. Glücklicherweise finden sich immer wieder Idealisten, die sich eines denkmalgeschützten Gebäudes annehmen und es mit ebensoviel Geduld wie Leidenschaft restaurieren – und es damit für die Zukunft sichern und erhalten.
Ein kleines Bauernhaus, mitten in Altdorf, eines der acht geschützten Baudenkmäler der Marktgemeinde, steht am Beginn einer grundlegenden Sanierung. Das ist der Initiative eines jungen Mannes zu verdanken, des Altdorfer Marktgemeinderats und Landschaftsbau-Ingenieurs Sebastian Stanglmaier, der das Anwesen vor kurzem erworben hat. Zur Freude (nicht nur) des Fachberaters Marc Stülb von der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Landshut und von Bernhard Hermann, dem Gebietsreferenten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD, München), packt Stanglmaier ein ambitioniertes Stück Arbeit an.

Der Kleinbauern-Hof mit dem Namen Klingl-Sölde ist nach den Worten Stülbs „ein bemerkenswertes Beispiel der bäuerlich-landwirtschaftlichen Kultur“ in der Nordhälfte des Landkreises Landshut. Das Baudenkmal ist zugleich ein wertvolles Zeugnis der Sozialgeschichte, der tiefen bäuerlichen Prägung Altbayerns, dessen Bürgerschaft bis weit in die Neuzeit hinein weit überwiegend aus Kleinbauern und Dienstleuten in der Landwirtschaft bestand. Das Anwesen, ein zweigeschossiger Blockbau, war eine „Sölde“: So heißen im baierischen Dialekt-Gebiet (Altbayern, Österreich, Südtirol) die Hofstellen von Kleinbauern, die früher auch als „Häusler“ oder „Häuslleut‘“ bezeichnet wurden. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, waren „Häusler“ darauf angewiesen, sich als Tagelöhner oder Handwerker etwas dazu zu verdienen. Ludwig Thoma hat in der ihm eigenen schonungslosen Anschaulichkeit über die gesellschaftliche Hierarchie in einem bayerischen Dorf ums Jahr 1900 einmal geschrieben: „Wer kein Ross hat und seinen Pflug von ein paar mageren Ochsen ziehen lässt, der ist ein Häusler und muss das Maul halten.“

So arg wurde den einstigen Bewohnern der Klingl-Sölde womöglich nicht mitgespielt. Wie der Altdorfer Heimatforscher und Marktgemeinderat Hans Seidl aus alten Steuerunterlagen im Staatsarchiv Landshut herausgefunden hat, unterstand die Klingl-Sölde keinem Grundherren und gehörte vor etlichen Generationen zu einem größeren Bauernhof. Das machte die Sache für Stanglmaier besonders interessant: Denn dieser Hof war sein Elternhaus, der Firner-Hof in Altdorf. Die Klingl-Sölde geht gemäß einer dendrochronologischen Untersuchung auf das Jahr 1695 zurück. Dendrochronologie – das ist die nur von wenigen Spezialisten beherrschte Methode der Altersbestimmung von Holz anhand der Abfolge von Jahresringen der Bäume: Ein Fachbüro konnte anhand von Fichten- und Tannen- Stämmen dieses Fäll-Datum für die Bäume fixieren, deren Holz für den Bau der Klingl-Sölde verwendet worden ist. Der Bauernhof zählt, wie Fachleute für Baudenkmäler unterstreichen, damit zu den „ältesten erhaltenen Zeugnissen bäuerlicher Kultur in der Region Landshut“.

Im 19. Jahrhundert ist der Stall-Teil des Bauernhofs erweitert worden: „Dabei wurde vermutlich auch das ehemals strohgedeckte Walmdach in ein ziegelgedecktes Satteldach umgebaut“, erläutert Stanglmaier. Im Inneren des Hauses ist später viel im „Chic der 1970er Jahre“ (Fachberater Stülb) gestaltet worden. Im Rahmen der Voruntersuchungen für die Sanierung „sind bereits verschiedene Um- und Einbauten an den Holzwänden des Blockbaus abgebaut worden“, legt der Hauseigentümer dar. Beim Ausbau von Bodenaufbauten ist zudem „ein weiteres Stück Geschichte freigelegt worden“, freut sich Stanglmaier – Fundamente aus Ziegeln und Isarkieseln eines Vorgängerbaus. Sie sind durch den Kreisarchäologen Dr. Thomas Richter dokumentiert worden.

Bei den Rückbau-Arbeiten ist noch einmal Erstaunliches zutage gekommen: Weil man einst haushalten musste und nicht die Wegwerf-Mentalität moderner Zeiten kannte, sind offensichtlich Tannenholz-Balken aus dem älteren Vorgängerbaus beim Bauernhof-Neubau im Jahr 1695 wiederverwendet worden. Die dendrochronologische Untersuchung erbrachte als Fäll-Datum der verwendeten Tannen das Jahr 1510. Damals war gerade der Landshuter Erbfolgekriege zu Ende gegangen, das Herzogtum Bayern-Landshut war untergegangen und Altbayern wiedervereinigt worden.

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