
Setzen sich seit langem für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Neufahrn ein: Bürgermeister Peter Forstner, MdL Ruth Müller und Sina Kraus vom SPD-OV Neufahrn. - Foto: Monika Forstner
Landkreis Landshut – pm (14.02.2026) Eine Anfrage zum Plenum der Landshuter SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller hat eine Vermutung bestätigt: Die Einführung des Deutschland-Tickets im Mai 2023 hat sich positiv auf das Fahrgastaufkommen an den Bahnhöfen in der Region Landshut ausgewirkt. Außer an den Bahnhöfen in Bruckberg, Gündlkofen und Landshut-Süd sind die Zahlen an allen anderen Stationen gestiegen.
Während am Landshuter Hauptbahnhof von 2023 auf 2024 1.447 Reisende mehr gezählt wurden, führt bei den kleineren Bahnhöfen im Landkreis der Bahnhof in Geisenhausen mit einem Plus von 425 Zustiegen das Ranking an. Am Bahnhof Vilsbiburg lag das Plus bei 246 Passagieren, in Neufahrn bei 221, gefolgt von Ergoldsbach (plus 136), Wörth (plus 126) und Bayerbach (plus 3).
„Die steigenden Zahlen zeigen ganz klar: Mit einem einfachen und bezahlbaren Angebot wie dem Deutschland-Ticket wird Bahnfahren deutlich attraktiver“, stellt Ruth Müller fest. „Davon profitieren vor allem Pendlerinnen und Pendler in Richtung München und Regensburg – und damit auch der Klimaschutz.“
Die Landtagsabgeordnete, die selbst regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, betont aber, dass steigende Fahrgastzahlen auch Verpflichtungen mit sich bringen. „Mehr Menschen in der Bahn heißt auch: Wir müssen die Infrastruktur konsequent mitdenken. Das fängt beim Erhalt und Ausbau des Schienennetzes an und hört bei modernen, barrierefreien Bahnhöfen auf.“
Umso ernüchternder sei die Antwort der Staatsregierung auf ihre Anfrage zum barrierefreien Ausbau: Zwar sollen bis 2028 bayernweit rund 100 Stationen barrierefrei gemacht werden, doch kein einziger Bahnhof aus der Region Landshut ist im aktuellen Aktionsprogramm des Freistaats vorgesehen.
„Das ist ein echtes Problem“, so Müller. „Gerade für ältere Menschen, für Eltern mit Kinderwagen oder für Menschen mit Behinderung entscheidet die Barrierefreiheit darüber, ob sie die Bahn überhaupt nutzen können.“ Zwar priorisiere die Deutsche Bahn ihre Maßnahmen vor allem nach baulichem Zustand, doch der Freistaat könne und müsse stärker Druck machen.
Mit Blick auf die Mitgliedschaft im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) warnt Müller davor, die Entwicklung zu verschlafen: „Durch den MVV-Anschluss werden die Fahrgastzahlen weiter steigen. Darauf muss der Freistaat reagieren und sich endlich stärker dafür einsetzen, dass alle Menschen einen gleichberechtigten, barrierefreien Zugang zum öffentlichen Verkehr haben – auch im Raum Landshut.“
Das sieht auch der Neufahrner Bürgermeister Peter Forstner so: „Auch wenn wir die Zusage für den Beginn des barrierefreien Ausbaus in der Legislaturperiode 2028 bis 2033 haben, muss die Barrierefreiheit jetzt sofort umgesetzt werden. Denn durch den MVV-Beitritt besteht die Möglichkeit, günstig nach Landshut und darüber hinaus zu fahren und damit CO2 einzusparen.“
Abschließend macht die SPD-Abgeordnete Ruth Müller klar: „Das Deutschlandticket zeigt, dass gute Angebote angenommen werden. Jetzt braucht es denselben politischen Willen bei der Infrastruktur. Mobilität darf keine Frage von körperlichen Voraussetzungen oder dem Wohnort sein.“

