
Laut Landratskandidatin Ruth Müller (Mitte) stellt die Vilsbiburger Geburtshilfe einen Diamant im Mosaik unserer Krankenhäuser dar. - Foto: Martin Wenzel
Velden - pm (22.02.2026) Mit einem Fischessen im Gasthaus Dirrigl hat die Landkreis-SPD Donnerstagabend den Wahlkampfauftakt für den südlichen Landkreis Landshut eingeläutet. Der Veldener Vorsitzende Michael Koch, der auch für den Kreistag kandidiert, übernahm die Begrüßung und ordnete die Veranstaltung bewusst in die Zeit des Aschermittwochs ein. Diese stehe traditionell für Besinnung und Neuausrichtung – zugleich beginne jetzt eine neue Phase im Wahlkampf.
Zu Beginn der Briefwahlphase wird nun vielen Menschen bewusst, dass ihre Entscheidung gefragt ist und Veränderungen in der politischen Landschaft anstehen.
„Nicht nur Velden bekommt einen neuen Bürgermeister und Gemeinderat“, so Michael Koch. Auch im Landkreis Landshut wird der Kreistag gewählt und – wenn es nach der SPD geht – zum ersten Mal mit Ruth Müller ein Frau zur Landrätin.
Den Auftakt machte Bürgermeisterkandidat Thomas Höbel: Er beschrieb sich als jemanden, der zuhören könne und Meinungen sammle, zugleich aber auch Entscheidungen treffen und diese zügig umsetzen wolle. „Als Bürgermeister sehe ich mich als oberster Diener der Gemeinde“, betonte Höbel. Verantwortung und Entscheidungsbefugnis müssten bei den gewählten Vertretern liegen. Aufgabe der Kommunalpolitik sei es, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Höbel hob hervor, dass er im Laufe seiner beruflichen und politischen Tätigkeit gelernt habe, unterschiedliche Sichtweisen zu präsentieren und zu berücksichtigen. Erfahrung und Unabhängigkeit seien in seinem Alter ein Plus. Als persönliche Motivation nannte er den Wunsch, Identität und Gemeinschaft vor Ort zu stärken.
Landratskandidatin Ruth Müller zeigte in ihrem Redebeitrag ihre enge Verbindung zum Landkreis. Als SPD-Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordnete und seit 30 Jahren Kreisrätin sei sie seit Jahrzehnten im gesamten Landkreis unterwegs gewesen und habe zahlreiche Unternehmen, Institutionen, Behörden, Seniorenheime und Schulen besucht. „Ich kenne den Landkreis wie meine Handtasche“, führte sie scherzhaft an. Dass sie sich auch in der Gesundheitspolitik auskennt, bewies sie in ihrer Rede. „Schon zweimal habe ich erlebt, dass im Kreistag über den Fortbestand des Vilsbiburger Krankenhauses diskutiert wurde“, erinnert sich Müller. Mit ihr als Landrätin werde diese Diskussion kein drittes Mal aufflammen, versprach sie. Aus ihrer Arbeit im Ausschuss für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag kenne sie zudem die gesundheitspolitischen Strukturen und Ansprechpartner und wisse um die Bedeutung guter Vernetzung, um Förderprogramme anzuzapfen.
Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen stand die Krankenhauslandschaft im Landkreis. Durch die Fusion der Krankenhäuser sollten Synergieeffekte genutzt und Defizite reduziert werden. Wichtig sei ihr jedoch vor allem, den Beschäftigten weiterhin gute Perspektiven zu bieten und neue medizinische Angebote in die Region zu holen, etwa in den Bereichen Augenheilkunde, Dermatologie, Gesichtschirurgie oder Kinderwunschbehandlung. Stadt und Landkreis Landshut seien bereits heute eine Zuzugsregion und würden durch den Beitritt zum MVV weiter an Attraktivität gewinnen. „Diese Entwicklung müssen wir nutzen“. Besonders hervor hob sie den hebammengeführten Kreissaal in Vilsbiburg als „Diamant“ der niederbayerischen Krankenhauslandschaft, der werdenden Eltern eine Geburt in familiärer Atmosphäre ermögliche.
Im weiteren Verlauf stellten sich mehrere Kreistagskandidatinnen und -kandidaten vor: Filiz Cetin aus Ergoldsbach, Annika Hagn aus Vilsbiburg, Kenan Kanuric aus Niederaichbach sowie Neufahrns Bürgermeister Peter Forstner. Aus der Verwaltungsgemeinschaft Velden kandidieren Thomas Höbel, Michael Koch, Jenny Kreisel und Manfred Stiegler. Koch zeigte sich erfreut über die starke Präsenz aus der VG Velden und warb um Unterstützung für die Kandidierenden aus dem südlichen Landkreis.
Zum Abschluss wurde der Veldener Vorsitzende Michael Koch noch einmal grundsätzlich: Er äußerte Unverständnis darüber, dass die Mitgliedschaft in einer Partei auf kommunaler Ebene immer wieder negativ dargestellt würde. „Die Entscheidungen werden mir nicht von Landshut, München oder Berlin vorgegeben, auch für Gemeinderatsmitglieder gibt es keinen Fraktionszwang“, so Michael Koch. Vielmehr überwiegen aus seiner Sicht die Vorteile, etwa durch Zugang zu Informationen, Kontakt zu Fachleuten und ein belastbares Netzwerk innerhalb der Partei.
Bei angeregten Gesprächen, gemeinsamem Essen und in geselliger Atmosphäre klang der Abend schließlich harmonisch aus – ganz im Sinne der Veranstalter, die neben politischen Inhalten vor allem auch Begegnung und Austausch in den Mittelpunkt gestellt hatten.

