
Landshut (01.12.2016) Weil die Rückmeldungen der Teilnehmer so positiv sind, geht das Projekt „Landshuter Kaffeetisch“ der Bürgerstiftung Landshut in die Verlängerung. Beim Kaffeetisch können sich Bürger und Flüchtlinge ungezwungen und ganz ohne Verpflichtung begegnen.
Sie sprechen miteinander, erzählen Geschichten – und am Ende des Nachmittags ist ein Stückchen Integrationsarbeit geleistet. „Gerade die Vorweihnachts- und Plätzchenzeit bietet sich dafür an, dass man jemanden zum Kennenlernen in die warme Stube einlädt. Darum haben wir das Projekt über Weihnachten hinaus verlängert“, erklärt Anke Humpeneder-Graf, Vorsitzende der Bürgerstiftung. Mitorganisatorin Evi Hierlmeier, die die Erfahrungsberichte der Beteiligten auswertet, sieht in den bisherigen Rückmeldungen viel Grund zur Freude. Beispiele: „Ich wollte einen kleinen Beitrag zur Integration leisten. Bei unserem Gespräch mit dem ausländischen Gast haben sich mir neue Aspekte etwa auf die Gründe der Flucht aus dem Heimatland eröffnet, die meine Sicht auf die Dinge verändert haben.“ Oder: „Wir waren sehr positiv überrascht, wie höflich und zuvorkommend unser Gast sich verhalten hat, er hat uns sogar ein kleines Gastgeschenk mitgebracht. Auch die sprachliche Verständigung hat – auch wenn es natürlich etwas mühsam war – gut geklappt.“
Die Idee entstand, weil sich in Gesprächen mit Betroffenen herausgestellt hat, dass viele Flüchtlinge immer noch keine Vorstellung davon haben, wie es in einem ganz normalen Landshuter Wohnzimmer aussieht. Sie sind zwar oft bereits lange Zeit und mit anerkanntem Asyltitel hier in Deutschland, finden aber aufgrund der prekären Wohnungssituation in Landshut keine Wohnung und leben in Gemeinschaftsunterkünften. Trotz großen Interesses an der Situation der Flüchtlinge finden umgekehrt Landshuter Bürger nur schwierig einen einfachen Anknüpfungspunkt, um die „Neuen Landshuter“ aus fremden Ländern kennenzulernen.
Wer mitmachen möchte, bewirbt sich auf der eigens dafür eingerichteten Webseite unter www.kaffee-kuchen-la.de als Gastgeber oder Besucher und stellt sich im dortigen Anmeldeformular kurz vor. Es ist wichtig, ob jemand als Teilnehmer eine Familie mit Kindern hat, alleinstehend (Mann oder Frau) oder ein Paar ist. Denn die Veranstalter schauen, dass Gäste und Gastgeber auch zusammenpassen. Die Bürgerstiftung nimmt dann Kontakt auf und vereinbart mit beiden Seiten einen passenden Termin. Die Aufgabe des Gastgebers ist es, einen schönen Kaffeetisch zu decken, einen Kuchen zu backen und eine Portion Neugierde mitzubringen. Weiter entstehen ihm keine Verpflichtungen.
Auch eine telefonische Anmeldung ist möglich. Die Anmeldungen nimmt Michael Fischer noch bis zum 22. Dezember und dann wieder ab 9. Januar im Bürgerhaus unter 0871-97472134 entgegen, die Koordination übernimmt Aziz Bouabe. Das Projekt wird von Oberbürgermeister Hans Rampf als Schirmherr und von privaten Sponsoren unterstützt. Die Abschlussveranstaltung, bei der es auch Erfahrungsberichte der Teilnehmer und eine Auswertung der Befragungen geben soll, wurde um mehrere Wochen verschoben, sodass die Vorweihnachtszeit nun gut für Kaffeetisch-Einladungen genutzt werden kann.

