Das Verwaltungsgericht Regensburg, am Haidplatz: zuständig für die Bezirke Oberpfalz und Niederbayern
Landshut (01.12.2017) Unter der Überschrift "Gourmet-Küche und Spezlwirtschaft" berichtet heute die "Süddeutsche Zeitung" im Bayernteil in großer Aufmachung ǘber das mit Spannung erwartete Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg von gestern, Donnerstag. Der Landshuter Festwirt Peter Vorholzer hatte Klage gegen die Vergabe des großen Festzelts auf der diesjährigen Landshuter Bartlmädult an Franz ("Franzl") Widmann junior eingereicht - und gewonnen. Der Vorsitzende Richter: Das Festzelt von Widmann junior "stand zu Unrecht auf der Landshuter Bartlmädult 2017" (SZ). Der Konkurrent, Peter Vorholzer, hätte den Zuschlag bekommen müssen.
So wollte es ja auch die Landshuter Stadtverwaltung. Nach einem neuen Punktesystem erzielte die Vorholzer-Bewerbung 366 Punkte, die Bewerbung von Widmann junior und Chefkoch Helmut Krausler jedoch "nur" 362 Punkte. Doch das letzte Wort hatte der Dultsenat und dieser entschied für die Bewerbung von Widmann junior, Sohn von Festwirtin, Stadträtin und Landtagabgeordneter Jutta Widmann (Freie Wähler), verehelicht mit Festwirt Franz sen. Widmann, Festzeltbetreiber bei der Frühjahrsdult.
Den Ausschlag bei den Stadträten des Dultsenats soll in erster Linie die feine Küche im Widmann-Festzelt gegeben haben. Andererseits hatte die Bewertung unter "bekannt und bewährt" nach dem neuen Punktekatalog weniger Gewicht. Doch die Zuverlässigkeit von Widmann jun. stellte Vorholzer-Anwalt Dr. Klaus Luckow prompt in Frage und schilderte vor dem hohen Gericht sogleich einen Vorfall vor zwei Jahren "am Rande der Niederbayernschau, wo es ebenfalls ein Widmannzelt gab. Dort sei Widmann junior am helllichten Tag "betrunken und unter Drogen" (so die SZ) am Steuer seines Autos von der Polizei erwischt worden. Der Widmann-Anwalt konterte: "Wir wollen keine Schlammschlacht", doch auch er erinnerte sogleich an "komische Machenschaften wie Autoschieberei und Betrug", in die Peter Vorholzer verwickelt gewesen sei.
Das Gericht stellte wiederum fest, dass nicht nur die Preise auf der Speisekarte sondern auch die Festbierpreise im Vorholzer-Angebot niedriger gewesen seien. An der "Glaubwürdigkeit" von Widmann junior wird zudem gezweifelt, "wenn er versichert, in Landshut zu wohnen", denn auch die Ortsansässigkeit bringe Extrapunkte beim Vergabeverfahren.
Die Stadt muß sich jetzt womöglich auf Schadenersatzforderungen einstellen, weil sie heuer Peter Vorholzer die Festzeltvergabe verweigert hat. Den "SZ-Bericht von heute hatte Stadtrat und Bezirkstagskandidat Gerd Steinberger bei der öffentlichen Sitzung des Bausenats im Rathaus um 9 Uhr bereits freudestrahlend dabei. Er stimmte als Stadtrat im Dultsenat ja für Peter Vorholzer. Am Montag, 18. Dezember 2017, ist erneut eine öffentliche Sitzung des Dultsenats angeetzt. Da dürfte das Urteil des Verwaltungsgerichts und die sich daraus ergebenden Konsequenzen das wichtigste Thema sein. Sitzungsleiter ist Erwin Schneck, langjähriger Parteifreund von Jutta Widmann. /hs

