Landshut - hs (28.06.2019) Im Deutschen Bundestag fand gestern eine lebhafte längere Debatte um die Grundsteuer statt. Sie ist ja ein wesentlicher Faktor für die Baulandspreise und hat somit Auswirkungen auf die Baukosten und in der Folge auf die Immobilienpreise und nicht zuletzt auf die Mieten. In einem statistischen Jahresbericht der Stadt von 2002, also noch zur Amtszeit von OB Josef Deimer (1970 bis 2004) entdeckten wir unter "Steuern und Finanzen" auf Seite 84 bei den Einnahmen der Stadt besondere Auffälligkeiten.
So sind bei der Grundsteuer B für 2002 Einnahmen von 8,318 Millionen Euro ausgewiesen..
Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer betrugen im gleichen Jahr 2002 nur 8,067 Euro.
Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer beliefen sich 2002 auf 22,412 Millionen Euro.
Im Jahr darauf, also 2003, brachte die Gewerbesteuer 8,830 Millionen Euro, die Grundsteuer 8,441 Millionen Euro und die Einkommenssteuer 21,854 Millionen Euro.
Ganz anders im Jahr 2017:
Die Grundsteuer B (sonstige Grundstücke, auch Baugrundstücke) brachte der Stadt 11,554 Millionen Euro, also nur gut 3 Millionen Euro mehr als 2002.
Die Gewerbesteuer sprudelte 2017 jedoch reichlich und verschaffte der Stadt Einnahmen von 55,286 Millionen Euro (brutto), der 7-fache Betrag im Vergleich zu 2002 und auch zu 2003.
Die Einkommenssteuer ist seit Jahren ein recht konstant wachsender Faktor und brachte 2017 der Stadt 42,651 MIllionen Euro, also ca. 20 Millionen mehr als 2002.
Für dieses Jahr wird laut Stadtkämmerer Rupert Aigner eine geringere Gewerbesteuer, wohl knapp unter 50 Millionen Euro (brutto) erwartet. die Einkommenssteuer könnte heuer auf 45 Millionen Euro anwachsen und/oder sogar die Gewerbesteuer wieder (wie 2002) geringfügig überholen.
Die Einkomenssteuer ist z.B. allein von 1913 mit 32,393 Millionen Euro bis 2017 (42,651 Mio.) um über 10 Millionen Euro gestiegen, nicht zuletzt auch eine Folge der enormen Zunahme an Einwohnern. Zum Ende der Amtszeit von OB Josef Deimer (2014) hatte Landshut erst 60.545 Einwohner. Jetzt (Stand 1. Juni 2019) sind es 72.545, exakt 12.000 Einwohner mehr, in der großen Mehrheit Zuzügler aus EU-Staaten. Landshut ist in den Amtszeiten von OB Hans Rampf (2005 bis 2016) und OB Alexander Putz (seit 1.1.2017) praktisch um die Größenordnung der Gemeinde Ergolding gewachsen.
Zusammen mit den Umlandgmeinden Ergolding (12.500 Einw.), Altdorf (11.500) und Kumhausen (5.500) hätte Landshut heute schon über 102.000 Einwohner und wäre damit ganz offiziell eine Großtadt. Die Zahl der Stadtratssitze würde sich von 44 (jetzt) auf 50 erhöhen. Niederbayern würde mit einer Großstadt als Hauptstadt deutlich an Gewicht und Image gewinnen.

