Landhsut - pm (19.21.2019) Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der kreisfreien Stadt Landshut hat im neuen Immobilienmarktbericht 2019 alle Grundstückstransaktionen ab dem Jahr 2016 bis einschließlich Juni 2019 analysiert und ausgewertet. Bei einem Pressetermin am Mittwoch im Rathaus haben Oberbürgermeister Alexander Putz und der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte für den Bereich der kreisfreien Stadt Landshut, Florian Lang, den Bericht vorgestellt. - Der neue Immobilienmarktbericht ist ab sofort erhältlich.
Der Immobilienmarktbericht enthält sowohl die Entwicklung im Bereich der Vertragszahlen, des Geld- und Flächenumsatzes als auch die Preisentwicklungen für unbebaute und bebaute Grundstücke sowie Eigentumswohnungen.
Darüber hinaus hat der Gutachterausschuss aus dem vorhandenen Datenmaterial weitere – für die Immobilienwirtschaft und Wertermittlung besonders wichtige – wertermittlungsrelevante Daten, wie Marktanpassungsfaktoren, Liegenschaftszinssätze und Vergleichsfaktoren ermittelt.
Im Bereich der kreisfreien Stadt Landshut pendelt der Geldumsatz jährlich bei etwa 300 Millionen Euro. 2018 wurden erstmals Immobilientransaktionen für knapp mehr als 400 Millionen Euro registriert, da unter anderem außergewöhnlich viele Eigentumswohnungen im Neubau auf dem Markt umgesetzt wurden. Für das Jahr 2019 wird wieder mit einem geringeren Geldumsatz gerechnet.
Der Flächenumsatz betrug in 2018 im Bereich der Stadt Landshut 47 Hektar. Es werden jährlich rund 1000 Kaufurkunden erfasst.
Bauland - Über 600 Euro pro Quadratmeter
Der Markt für Baulandflächen wird in drei Teilmärkten betrachtet: Verkäufe im Bereich des individuellen Wohnbaulands (Ein-/Zweifamilienhäuser), des Geschoßwohnbaulands (Mehrfamilienhäuser) sowie dem Bauland für Wirtschaftsimmobilien (Gewerbe).
Die Zahl der Transaktionen beim Geschoßwohnbauland (jährlich knapp 20) bleibt genau wie der für Bauplätze für Wirtschaftsimmobilien (jährlich rund 10) konstant. Merklich zurückgegangen von 100 Verkäufen in 2015 auf nur noch 29 Verkäufe in 2018 ist der Handel mit Bauplätzen des individuellen Wohnbaulandes, sprich das klassische Einfamilienhaus. Die großflächigen Baulandausweisungen in der nördlichen Wolfgangsiedlung oder Auloh sind mittlerweile fast flächendeckend vermarktet.
Das Preisniveau ist in allen drei Teilmärkten gestiegen. Im Bereich Wohnbauland ist seit 2014 jährlich eine Steigerung von teilweise merklich über 10 Prozent zu verzeichnen. Im Mittel wurden im 1. Halbjahr 2019 bereits über 600 Euro für den Quadratmeter Baugrund für den individuellen Wohnbau bezahlt.
Bebaute Grundstücke - 565.000 Euro für Einfamilienhaus
Jährlich werden rund 200 bebaute Grundstücke gehandelt. Dabei handelt es sich beim Großteil um Einfamilienhäuser (rund 70 Prozent). Bei den übrigen um Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser und andere Wirtschaftsimmobilien zu jeweils verschiedenen Anteilen.
Erstmalig konnten in diesem Marktbericht durch den Gutachterausschuss Wohnflächenvergleichsfaktoren (Euro/m² Wohnfläche) für freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser, differenziert nach drei Lagen und vier Baualtersklassen, abgeleitet und dargestellt werden. Die Karte mit den klassifizierten Lagen je nach Bodenrichtwertspannen ist im Immobilienmarktbericht enthalten.
Im Auswertezeitraum 2016 bis einschließlich 1. Halbjahr 2019 wurden über alle Lagen und Baualtersklassen im Mittel 565.000 Euro für ein freistehendes Einfamilienhaus bezahlt. Verkaufspreise von über einer Millionen Euro für freistehende Einfamilienhäuser sind keine Exoten mehr, liegen jedoch in der Regel in bevorzugten Lagen und weisen einen höheren Standard auf.
Im Bereich des individuellen Wohnbaus bewegte sich die Preissteigerung die letzten Jahre jeweils um rund 8 Prozent je Jahr.
Eigentumswohnungen - ein ständig steigender Markt
Der umsatzstärkste Bereich des Landshuter Immobilienmarktes ist nach wie vor der Markt der Eigentumswohnungswohnungen. Der Geldumsatz ist hier vom langjährigen Mittelwert mit rund 130 Millionen Euro je Jahr in 2018 erstmals auf über 170 Millionen Euro geschnellt. Jährlich werden gut 200 Wohnungen im Erstverkauf sowie rund 300 Wohnungen im Weiterverkauf gehandelt. Erstmalig wurde bei den Erstverkäufen ein Quadratmeterpreis von knapp über 6.000 Euro/m² registriert. Im Mittel des ersten Halbjahres 2019 wurden für Neubauwohnungen 5.000 Euro je m²-Wohnfläche, für Weiterverkäufe 3.500 Euro/m² Wohnfläche bezahlt.
Die Wohnflächenpreise variieren nach Lage und Ausstattung. So bewegten sich die Erstverkaufspreise in einer Spanne von rund 3.500 Euro/m² bis 6.000 Euro/m², die Weiterverkaufspreise in einer Spanne von rund 1.500 Euro /m² bis 5.900 Euro/m².
Die verschiedenen mittleren Preisniveaus sind, kombiniert mit einer Lagekarte und je nach Baujahresklasse differenziert, in einer Tabelle dargestellt.
Die Eigentumswohnungspreise sind bei den Neubauverkäufen seit 2012 jährlich im Mittel um rund 10 Prozent, bei den Weiterverkäufen jährlich im Mittel sogar um rund 13 Prozent, gestiegen.
Wertermittlungsrelevante Daten
Insbesondere für die Immobilienwirtschaft und die in diesem Bereich tätigen Sachverständigen wurden im Marktbericht die aktuellen wertermittlungsrelevanten Daten für die Begutachtung von Grundstücken abgeleitet: Liegenschaftszinssätze, Rohertragsfaktoren und Sachwertfaktoren.
Liegenschaftszinssätze stellen beispielsweise dar, wie sich eine Immobilie im Durchschnitt marktüblich verzinst. Durch die zum Teil erheblichen Preissteigerungen am Immobilienmarkt, bei gleichzeitig proportional nicht so stark steigenden Mieten, sank der durchschnittliche Liegenschaftszinssatz für Eigentumswohnungen z.B. seit 2009 von rund 3,7 auf rund 1,3 Prozent. Dies stellt ein hohes Vertrauen der Marktteilnehmer in die Wertbeständigkeit der Immobilien dar. Liegenschaftszinssätze wurden für verschiedene Immobilienarten ermittelt.
Mit dem vorliegenden Immobilienmarktbericht wurde auf aktueller Marktlage ein umfassendes Kompendium geschaffen, um allen am Immobilienmarkt tätigen Personenkreisen eine möglichst differenzierte Darstellung des Landshuter Immobilienmarktes geben zu können.
Der Immobilienmarktbericht kann beim Gutachterausschuss für den Bereich der kreisfreien Stadt Landshut in der Fleischbankgasse 310 als Druckversion für 45 Euro erworben werden. Digital ist der Grundstücksmarktbericht über www.boris-bayern.de für 35 Euro erhältlich.

