Landshut - hs (10.02.2020) Heute, Montagabend geht es bei der fünften Podiumsdiskussion mit den sieben OB-Kandidaten um 19 Uhr im Salzstadel vor allem um Wirtschaftsthemen. Wie gut steht die mittlerweile 73.500 Einwohner große Stadt wirtschaftlich und finanziell da? Welche Vorstellungen, Ideen, Pläne, haben die einzenen OB-Kandidaten für die Festigung bzw. Stärkung des Wirtschaftsstandorts Landshut, um die geplanten Großprojekte stemmen zu können.
In diesem Wirtschaftsjahr wird ja erstmals eine höhere Einnahme aus der Einkommenssteuer erwartet als aus der Gewerbesteuer. Fakt ist laut Arbeitsmarktbericht der Agentur für die Region Landshut, dass die Zahl der sozialversicherungspflcihtigen Arbeitsplätze im Jahr 2019 um 792 auf jetzt nur mehr 38.103 abgenommen hat. Für die umliegenden Landkreise wurde jeweils eine deutliche Zunahme gemeldet.
Landkreis Landshut: plus 1.669 auf 51.632
Landkreis Dingolfing-Landau: plus 549 auf 50.603
Landkreis Rottal-Inn: plus 450 auf 39.709.
Die Stadt ist aktuell bemüht mit der Ausweisung eines riesigen Gewerbegebiets in der Münchnerau für die Ansiedlung neuer Betriebe zu sorgen. Angeblich sind bereits 90 Prozent der neuen Gewerbeflächen vertraglich vergeben. Bekannt ist mittlerweile der Umzug der Hauptverwaltung der Firma AGROLAB aus Bruckberg (Wohnsitzgemeinde von OB Alexander Putz) nach Landshut (ins Hitachi-Gebäude). Außerdem sollen zwei IT-Firmen aus Altdorf - darunter wohl auch die IT-Systemhaus GDS mbH (Mitglied bei WEMID) in die Münchnerau umsiedeln. Ein ganz großer "Fisch" ist freilich (noch) nicht dabei.
Flaggschiff der Landshuter Firmen ist die BMW Group mit knapp 4.000 Mitarbeitern. Freilich ist BMW übewiegend auf Ergoldinger Gemeindegrund angesiedelt und deshalb auch in dieser mittlerweile 13.008 Einwohner großen Marktgemeinde mit Abstand der größte Gewerbesteuerzahler. Ergolding hat lediglich einen Gewerbesteuerhebesatz von 340 Punkten. In Landshut beträgt der Gewerbesteuerhebesatz dageben 420 Punkte.
Die anderen angrenzenden Gemeinde haben ebenfalls jeweils deutlich niedrigere Gewerbesteuerhebesätze
Altdorf 380
Bruckberg 380
Eching 330
Ergolding 340
Essenbach 320
Furth 350
Geisenhausen 350
Kumhausen 360
Tiefenbach 360
Niederaichbach 365
Adlkofen 350
Zum Vergleich.
Die Stadt Landshut 420
Die Stadt Rottenburg 380
Die Stadt Vilsbiburg 325
Die Stadt Staubing 400
Die Stadt Passau 400
Die Stadt Freising 380
Die Stadt Erding nur 325
Die Stadt München dagegen 490
Der Münchner Vorort Grünwald (11.800 Einwohner) gilt als "Steuerparadies" und hat nur einen Gewerbesteuerhebesatz von 240 und meldet aktuell 7 000 Firmen.
2016 kassierte diese superreiche Gemeinde im Groß-Landkreis München (350.000 Einw.) sage und schreibe 172,4 Millionen Euro allein aus der Gewerbesteuer und konnte davon 70 Millionen Euro an den Groß-Landkreis München als Kreisumlage abführen.
Die Eröffnung einer Briefkastenfirma in Grünwald kostet - laut Internet - lediglich 235 Euro inclusive regelmäßige Leerung und Weiterleitung als Steuersparmodell.
Wie entwickelt sich das Einwohner-Wachstum?
Kann Landshut ein jährliches Wachstum von 1 000 und mehr zusätzlichen Einwohnern verkraften, die dafür erfoderliche Infrastruktur (Kindergartenplätze, Schulen, Sraßen, Wohnungen und Baulandausweisungen) finanzieren? In den 35 Amtsjahren von OB Josef Deimer (1970 bis 2004) ist Landshut lediglich um 2.450 Einwohner gewachsen.
Seit der Amtszeit von OB Hans Rampf und der bisherigen Amtszeit von Alexander Putz ist Landshut schon um 12.000 Einwohner gewachsen.
Besonders auffallend ist, dass 2018 erstmals mehr deutsche Einwohner weggezogen sind als deutsche Zuzüglicher zu verzeichnen waren:
In Zahlen 3.436 Wegzüge und nur 3.430 Zuzüge.
Im Jahr zuvor 2017: 3.456 Zuzüge und 3.414 Wegzüge
Bei den ausländischen Personen schaut es ganz anders aus:
2018: 4.002 Zuzüge und nur 2.819 Wegzüge
2017: 3.531 Zuzüge und nur 2.515 Wegzüge
2010 waren es nur 1.255 Zuzüge und 974 Wegzüge.
Die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Landshut ist die der Rumänen (knapp 1950), gefolgt von den Türken (1.250) und den Polen (1.180).

