Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland, Bayern und Niederbayern seit dem ersten Fall bis gestern. - Grafiken: W. Götz
Landshut – gw (10.03.2020) Gestern wurde der erste Coronafall im Landkreis Landshut bekannt. Ein 6-jähriger Bub aus Obersüßbach hat sich infiziert. Damit sind in Niederbayern sieben Erkrankungen bestätigt. In Bayern gibt es 256 Vorkommnisse. Heute will das Bayerische Kabinett reagieren. Der Plan: Alle Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern werden bis zum Karfreitag, 10. April, verboten. Das betrifft auch die Stadt Landshut.
Das infizierte Kind in Obersüßbach befindet sich in guter Verfassung und derzeit in häuslicher Quarantäne. Das Gesundheitsamt Landshut ermittelt nun die Kontaktpersonen, die aus einem anderen Landkreis stammt. Der Kindergarten Obersüßbach wird vorsorglich ab Dienstag, 10. März, geschlossen. Betroffen ist auch die Grundschule Obersüßbach: Dort entfällt der Unterricht bis 20. März vollständig aus.
Heute will das schwarz/orange Kabinett im Bayerischen Landtag weitgehende Maßnahmen beschließen. Alle Veranstaltungen mit über 1.000 Besuchern dürfen dann bis Karfreitag nicht mehr stattfinden. So sollen Übertragungswege des Virus abgeschnitten werden. Das betrifft nicht nur den Sport sondern auch zahlreiche Großveranstaltungen und Feste.

Die aktuellen Fallzahlen in Niederbayern und den betroffenen Landkreisen.
In Landshut wären auf jeden Fall die Playdown Eishockey-Heimspiele betroffen. Entweder müssten sie vor leeren Publikumsrängen stattfinden, oder zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Letzteres hätte sicherlich Auswirkungen auf den nächsten Bauabschnitt der Stadionsanierung mit dem Neubau der Tribünen und dem Austausch Kältetechnik, um rechtzeitig zur Saison 2020/21 fertig zu sein..
Weiter betrifft es die 14. Landshuter Umweltmesse vom 29. bis 31. März im Messepark. Die Veranstalter erwarten bis zu 35.000 Besucher. Kurz zuvor, am 25. März, soll das Starkbierfest beginnen, zu dem Franz Widmann im Moment das Festzelt aufbaut. Sollte der Kabinettsbeschluss heute verkündet werden, kommen auf beide Veranstalter große finanzielle Einbußen zu.

Der Anstieg der Coronaerkrankungen in Italien und Deutschland im Vergleich.
Wie es um die Landshuter Frühjahrsdult ab 24. März auf der Grieserwiese steht, kann noch nicht vorhergesagt werden. Der Termin des Anzapfens liegt zwei Wochen hinter dem Karfreitag. Doch wie sich das Virus in Bayern weiter verbreitet, das wissen nicht einmal Propheten und im schlimmsten Fall könnten weitere Maßnahmen durch die Regierung beschlossen werden.
Für den Aufbau der großen Festhallen benötigen die Wirte drei Wochen. Die erste Woche liegt folglich noch in der Karwoche vor Karfreitag. Ein Aufbau der Zelte wäre in zwei Wochen zwar theoretisch machbar, aber extrem sportlich. Zusätzlich hängen die Festwirte in der Luft. Sie müssen Personal, Bedienungen, Musikkapellen, Speisen und Getränke verbindlich ordern.

Setzt man die Anzahl der Coronainfizierte mit der Einwohnerzahl ihres Landes ins prozentuale Verhältnis, ergibt sich ein interessantes Bild. San Marino, Island und Italien hat es in Europa am schlimmsten getroffen.


