Landshut - hs (24.04.2020) Die Berichte über die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der seit gut 50 Tagen anhaltenden Corona-Krise sind zum Teil absolut besordniserregend. Große Bereiche des Wirtschaftslebens - Gaststätten, Hotels, Einzelhandel, Tourismus, Dienstleister wie Friseure usw - stehen still. Häufig wird - was die negativen Auswirkungen anbelangt - die jetzige Krise mit der Bankenkrise 2008/09 verglichen.
Doch ein Blick in die Statistikbücher der Stadt zeigt uns, dass die Stadt bei den Steuereinnahmen gut durch die Bankenkrise gekommen ist: so gut wie keine Einbrüche bei der Gewerbesteuer und auch nicht bei der Einkommenssteuer. Da drohen auch Landshut bei den Folgen der Corona-Krise schon heute düstere Szenarien, obwohl Bund und Länder mit ungeahnt hohen Milliarden-Beträgen Schutzschirme aufgebaut haben. Die Bankenkrise sorgte jedoch für einen sehr massiven Einbruch beim privaten Wohnungsbau in Landshut.
Hier ein Blick auf die Auswirkungen der Bankenkrise 2008/09 in Landshut:
Gewerbesteuereinnahmen (in Klammern die Einkomenssteuern)
2007 - 30,3 Mio. Euro (26,2 Mio. Euro)
2008 - 29,8 Mio. Euro (28,9 Mio. Euro)
2009 - 28,7 Mio. Euro (27,9 Mio. Euro)
2010 - 40,4 Mio. Euro (26,6 Mio. Euro)
Die folgenden Jahre blieb es bei der Gewerbesteuer auf dem Niveau von 39,3 Mio. (2011), 38,8 Mio. (2012) und 43,3 Mio. Euro (2013).
Die anteilige Eikommenssteuer stieg in den folgenden Jahren auf bis zu 32 Mio. Euro an.
Die Bankenkrise 2008/2009 sorgte jedoch für einen dramatischer Einbruch beim privaten Wohnungsbau. Hier die Zahlen zum Vergleich:
2005 noch beachtliche 350 fertig gestellte Wohnungen
2006 Rückgang auf 258 fertig gestellte Wohnungen
2007 nur mehr 218 fertig gestellte Wohnungen
2008 leichter Anstieg auf 227 fertig gestellte Wohnungen
2009 Absturz auf gerade noch 162 fertig gestellte Wohnungen
2010 leichte Erholung: 220 fertiggestellte Wohnungen
20011 weitere Erholung. 362 fertiggestellte Wohnungen
2012 dann rekordverdächtige 666 fertig gestellte Wohnungen
(Quelle: Statistikbücher der Stadt Landshut)
Doch kein Vergleich mit den Jahren der BMW/Rover-Krise 2002 und 2003, da stürzten die Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Landshut auf 8,06 Millionen Euro (2002) und 8,83 Millionen Euro (2003) ab. Ab 2004 ging es mit 20,6 Millionen Euro wieder bergauf, 2005 waren es sogar 25,5 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer. - Die Einkommenssteuer hielt sich dagegen bei jeweils über 20 Millionen Euro in den Jahren 2002 und 2003.

