Landshut - hs (07.05.2020) Die Stadt Landshut mit aktuell noch 73.441 Einwohnern hatte bisher 260 Corona-Infizierte und dabei 10 Todesfälle. In den Corona-Monaten März und April hat die Stadt Landshut um 209 Einwohner abgenommen, im März um 160 und im April um 49 Personen. Im Januar hat Landshut noch um 180 Einwohner zugenommen, im Februar sogar noch um 202.
Das könnte auch mit der OB- und Stadtratswahl (wahltaktische Ummeldungen?) zu tun gehabt haben. Immerhin gut 200 Einwohner weniger in zuletzt 61 Tagen bedeutet, dass auch entsprechend Wohnungen für 209 Personen frei geworden ist.
Einen Verlust an Einwohnern gab es die letzten 20 Jahre nur 2008 im ersten Jahr der Bankenkrise. Da hat Landshut um 26 Einwohner abgenommen, die Jahre danach jedoch wieder zugenommen: 2009 plus 129, 2010 plus 523 und 2011 plus 266 Einwohner.
Der Wohnungsbau ist durch die Bankenkrise in Landshut 2008 auf nur mehr 227 fertiggestelle Wohnungen eingebrochen und hat sich in den folgenden Jahren nur langsam wieder erholt. Die letzten Jahre wurden jeweils 450 bis 730 Wohungen (Rekordjahr 2015) - darunter freilich auch viele Studentenappartements - fertiggetellt. 2017 waren es 555 und 2018 auch noch respektable 519 fertiggestelle Wohnungen (siehe Statistikbuch der Stadt). Es ist zu befürchten, dass die Corona-Krise den Wohnungsbau in Landshut nicht nur heuer (2020), sondern auch die Folgejahre deutlich einbremsen wird.
Die jetzt auf 5 % angestiegene Zahl an Arbeitslosen in der Stadt und die über 11.000 Kurzarbeiter werden Landshut für Zuzügler weniger attraktiv machen. Das wird auch die Stadtpolitik zu einem Kurswechsel zwingen. Ende September wird Stadtkämmerer Rupert Aigner aus Altersgründen aus dem Amt scheiden. Sein Nachfolger bzw. seine Nachfolgerin wird für die Haushaltsberatungen im November für das Jahr 2021 wohl schmerzhafte Sparvorschläge unterbreiten müssen, zumal die Regierung von Niederbayern als Kommunalaufsicht bisher schon die seit vielen Jahren hoch verschuldete Stadt immer wieder zur Ausgabenmäßigung ermahnt. Der Sparstift wird da wohl auch bei den teils üppigen freiwilligen Leistungen - insgesamt an die 20 Millionen Euro jährlich - angesetzt werden müssen.
Oberbürgermeister Alexander Putz hat sich den Auftakt seiner letzten sechsjährigen Amtsperiode sicher ganz anders gewünscht.


