
Landshut - pm (13.08.2020) Seit Jahren wird über eine mögliche Ausdehnung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) bis Landshut spekuliert. erzeit läuft eine vom Freistaat Bayern geförderte Studie, die klären soll, ob und unter welchen Bedingungen weitere Städte und Landkreise – darunter eben auch Landshut – an den MVV angeschlossen werden können.
Diese Frage erörterten kürzlich auch MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch (i.B.li.), Oberbürgermeister Alexander Putz, Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger und führende Vertreter der Stadtverwaltung. Bei dem Treffen, das auf Haslingers Initiative hin im Rathaus stattfand, betonte Rosenbusch einmal mehr das grundsätzliche Interesse des MVV an der Erweiterung. Gleichzeitig bemühte sich der Geschäftsführer, Sorgen potentieller Beitrittskandidaten vor vermeintlich drohender Fremdbestimmung zu zerstreuen: „Aufgabenträger des ÖPNV bleiben auch bei einem MVV-Beitritt die jeweiligen Landkreise bzw. die kreisfreien Städte“, stellte Rosenbusch klar. „Sie geben vor, in welcher Form und in welchem Umfang ÖPNV in ihrem Bereich angeboten werden soll und hätten unter dem Dach des MVV damit weiterhin die Entscheidungshoheit.“
Rosenbusch verwies außerdem auf die Vorzüge, die eine MVV-Mitgliedschaft mit sich bringe: Neben einem einheitlichen Tarif und einer abgestimmten Taktung nannte er nicht zuletzt technische Innovationen wie eine kilometerbasierte Abrechnung. „Darauf wollen wir künftig setzen. Das erforderliche System wurde bereits entwickelt und befindet sich im Probebetrieb.“ OB Putz und Bürgermeister Haslinger ließen ihrerseits deutliche Sympathien für einen Beitritt zum MVV erkennen. „Natürlich fassen wir das perspektivisch ins Auge. Gerade für Tausende Berufspendler wäre das ein echter Fortschritt und für viele vielleicht ein weiterer Anreiz, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
Deswegen beteiligen wir uns auch an der entsprechenden Studie“, betonte Putz. Allerdings sei für ihn klar, dass „die Stadt Landshut nicht allein beitreten und der Landshuter Hauptbahnhof nicht Endhaltepunkt das MVV sein kann. Wenn, dann müssen wir als Region MVV-Mitglied werden, also Stadt und Landkreis gemeinsam.“ Ein Alleingang der Stadt berge dagegen die Gefahr, letztlich sogar mehr Auto- und vor allem Parksuchverkehr rund um den Hauptbahnhof anzuziehen, waren sich Putz und Haslinger einig. „Das würde dem Ziel, unsere Stadt vom Individualverkehr zu entlasten, zuwiderlaufen. Deshalb streben wir eine Lösung an, bei der auch der Landkreis und der LAVV mit im Boot sind.“ Insbesondere eine bessere Anbindung des Landkreises an den Hauptbahnhof Landshut mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei dringend nötig, betonte Haslinger. „In diesem Punkt besteht erheblicher Nachholbedarf; das Angebot kann mit der Nachfrage schon jetzt nicht Schritt halten.“
Foto: Stadt Landshut

