
Peter Alzinger (Zweiter von rechts) ist Landshuts „Grüner Engel“. Oberbürgermeister Alexander Putz (links) lud ihn und seine Ehefrau Hildegard jüngst ins Rathaus ein, um ihn gemeinsam mit seinem Team vom Amt für Umwelt-, Klima- und Naturschutz um den Leiter Thomas Rottenwallner (rechts, obere Reihe), Christine Riedl und Dieter Dort für seine besonderen Verdienste zu würdigen.
Landshut - pm (19.08.2020) Weil sich der Landshuter Peter Alzinger in besonderem Maße um den Natur- und Umweltschutz verdient gemacht hat, wurde er jüngst von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber mit dem „Grünen Engel“ ausgezeichnet.
Dass Alzinger, der sich seit Jahrzehnten mit Leib und Seele für Greifvögel engagiert, diese Ehre jetzt zuteil wurde, freute besonders auch Oberbürgermeister Alexander Putz: „Herr Alzinger ist für uns und unseren Fachbereich Naturschutz eine unverzichtbare Unterstützung. Er hat diese Auszeichnung mehr als verdient.“ Dem Rathauschef war es deshalb auch ein persönliches Anliegen, dem frischernannten „Grünen Engel“ zu gratulieren, weshalb er ihn und seine Frau Hildegard jüngst ins Rathaus einlud.
„Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, dass Ihnen diese Auszeichnung verliehen wurde“, sagte Putz, als er den 79-Jährigen im Alten Plenarsaal empfing. Und jetzt wisse er auch, ergänzte der Rathauschef, wie ein „Grüner Engel“ aussehe. Auch wenn Putz bereits vor einigen Jahren Bekanntschaft mit Alzinger machte, umso mehr freute er sich, ihn als „Grünen Engel“ wiederzutreffen. Putz würdigte Alzinger für seinen unermüdlichen Einsatz und bezeichnete ihn als Glücksfall für die vielen Tiere. „Sie tun damit viel Gutes“, betonte er und überreichte ihm als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung neben einem kleinen Präsent auch ein Buchskränzchen. Der „Grüne Engel“, so der OB, sei eine Bestätigung für die großartige, ehrenamtlich geleistete Arbeit der vergangenen Jahrzehnte.
Mit dieser besonderen Auszeichnung, die seit 2011 jährlich verliehen wird, würdigt das Umweltministerium herausragendes Engagement im Bereich des Natur- und Umweltschutzes. Die ausgezeichneten Personen – heuer sind es bayernweit mehr als 50 Anerkennungen – setzen sich beispielsweise für die Pflege wertvoller Biotope ein, engagieren sich für die Umweltbildung oder kümmern sich – wie Peter Alzinger – um bedrohte Tiere, genauer gesagt um Greifvögel.
„Eine so große Liebe für Vögel. Für alle Tiere“
Seit vielen Jahrzehnten engagiert sich Peter Alzinger ehrenamtlich mit einer Auffangstation für Greifvögel. Auf seinem Grundstück hegt und pflegt er die Tiere, die meist verletzt sind oder ohne seine Hilfe wohl qualvoll verenden würden. Dazu zählen beispielsweise Sperber, die bei der Spatzenjagd Pech hatten oder Turmfalken, die aus dem Nest fallen und nicht mehr zurückgebracht werden können. Er ist für die Tiere da und versorgt sie, bis es ihnen wieder gut geht. Bei ganz schwierigen Fällen wird er durch einen befreundeten Tierarzt unterstützt. Über alle diese Vorgänge führt er Buch und informiert den Fachbereich Naturschutz der Stadt.
"Ich habe eine so große Liebe für Vögel. Für alle Tiere“, bekräftigte er beim gemeinsamen Treffen mit Oberbürgermeister Alexander Putz. Diese hingebungsvolle Leidenschaft und Faszination für Greifvögel, die auch seine Ehefrau Hildegard teilt, machte sich bei Alzinger schon im Kindesalter bemerkbar. In der Nachkriegszeit, im Alter von acht Jahren, hatte er seine erste Begegnung mit einem Greifvogel – einem jungen Bussard: Zu Besuch bei seiner Verwandtschaft in der Münchnerau machte er einen kleinen Ausflug in die Isarauen, wo er den Jungvogel verletzt vorfand. Ohne lang zu überlegen, nahm er den Bussard in Obhut – auch wenn sein mitgebrachter Besuch, erinnert sich Alzinger mit einem Lächeln zurück, bei seiner Tante zunächst nicht auf allzu große Begeisterung stieß. Er päppelte den Bussard auf, sodass er schnell wieder zu Kräften kam und entließ ihn in die Freiheit. Der Bussard jedoch blieb bei seinem jungen „Ziehvater“. Wie Alzinger ergänzte, sei er so zahm gewesen, dass er ihn sogar auf seinem morgendlichen Schulweg begleitete und dann wieder nach Hause – damals wohnte Alzinger an der Nikolastraße – zurückflog. Stolze 18 Jahre lang war der Bussard sein treuer Weggefährte.
Jahrzehntelang ehrenamtlich im Einsatz – zu jeder Tages- und Nachtzeit
Die Faszination und die Liebe zu den Greifvögeln haben nie nachgelassen, sodass sich der hauptberufliche Postbeamte dazu entschied, auf seinem Grundstück in der Wolfgangsiedlung ehrenamtlich eine Auffangstation einzurichten. Über 35 Jahre ist das nun her. Im Laufe der Jahrzehnte nahm er verschiedene Vogelarten in seine Obhut, auch Eulen. Seine breitgefächerte Expertise ist sehr gefragt: Ob Polizei, Feuerwehr oder Privatpersonen – in Landshut und auch über die Stadtgrenzen hinaus kennt fast jeder den Greifvogelspezialisten, bei dem stets guter Rat und Hilfe zu finden sind – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Vor zehn Jahren jedoch musste er einen sehr hohen Preis bezahlen: Aufgrund einer Unachtsamkeit verlor er durch einen Unfall mit einem Uhu auf einer Seite das Augenlicht. Auch in dieser – für ihn lebenseinschneidenden – Situation nahm er das Tier in Schutz und sagte, dass er selbst schuld gewesen sei, weil er nicht konzentriert genug war: „Es war schon ein sehr großer Einschnitt in meinem Leben. Aber der Herrgott zeigte sich gnädig, dass ich nur ein Auge verlor. Ich hatte Glück im Unglück“, so der 79-Jährige. Trotz dieses tragischen Verlustes schöpfte er neue Kraft und machte weiter. Vor allem seine Ehefrau habe bei allen Entscheidungen immer an seiner Seite gestanden und ihn stets unterstützt: „Wenn ich meine Frau nicht hätte, hätte ich nichts“, sagte er. „Solange ich noch fit bin, werde ich mich weiter um die Vögel kümmern.“
Foto Stadt Landshut

