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Spielregeln für digitale Arbeit: Rechtliche Vorschriften und Risiken im Internet

BFA Landshut

v. l. n. r.: stv. HWK-Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt, HWK-Vizepräsident Christian Läpple, HWK-Bereichsleiter Andreas Keller und Kriminaloberkommissar Andreas Brosche. - Foto: HWK-Steid

 Niederbayern/Oberpfalz – pm (07.02.2020) Sie heißen „GermanWiper“, „Emotet“ oder „Agent Smith“ und sie stellen eine Gefahr für Handwerksbetriebe dar. Die Rede ist von Viren und Schadprogrammen, die in der Lage sind, binnen Sekunden einen Betrieb lahmzulegen, indem sie Daten verschlüsseln, überschreiben oder Zugänge sperren. Außerdem: das Netz ist kein rechtsfreier Raum.

Um hier nicht in Haftungsprobleme zu geraten, sind rechtliche Vorschriften zu beachten. Informationen, wie Handwerksbetriebe sich für die digitale Arbeit wappnen können, bietet die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bei ihrer jährlichen Veranstaltungsreihe „Betriebsführung aktuell“ an, die heuer unter dem Motto „Mein Handwerksbetrieb im Internet – aber sicher!“ stattfindet. Gestern fand die Veranstaltung im Tagungszentrum in der Sparkassenakademie in Landshut statt.

Unbeachtete Vorschriften kosten Geld
Das Thema Sicherheit im Netz gehe alle an, wie Christian Läpple, Vizepräsident der Handwerkskammer, zu Beginn betonte, auch Handwerksbetriebe. Die Gefahren seien groß: „Nicht selten kommen Schadprogramme in Zusammenhang mit Geldforderungen daher. Will man erfolgreich an der Digitalisierung teilhaben, so muss man den Schutz der eigenen EDV vor diesen Bedrohungen mitbedenken“, so Läpple. Konkrete Empfehlungen dazu gab es von der Beratung der Handwerkskammer. Bereichsleiter Andreas Keller zeigte häufige Fehlerquellen auf, darunter fehlende oder unvollständige Impressen, Datenschutzerklärungen und nicht erfüllte Informationspflichten beim Online-Verkauf, wie Widerrufsbelehrungen oder Bestätigungen des Vertrags. Die Folge seien Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbraucherschutzverbände, die mit erheblichen Kosten verbunden seien: „Fehler im Internet kosten Geld,“ so Keller.

Menschliches Fehlverhalten ist größte Schwachstelle
Kriminaloberkommissar Andreas Brosche vom Bayerischen Landeskriminalamt sensibilisierte mit seinem Vortrag zum Thema Cybercrime anhand aktueller Fallbeispiele. Er definierte dabei „den Faktor Mensch als größte Schwachstelle“, beispielsweise indem gefälschte E-Mails nicht erkannt werden. Aber auch durch technische und organisatorische Mängel, wie fehlendes Backup, unverschlüsselte Kommunikation, veraltete Systeme und fehlende Wartung, hätten Kriminelle ein leichtes Spiel. Entscheidend sei, möglichst viele Hürden für die Täter einzubauen, beispielsweise durch Firewall, Virenscanner, verschlüsseltes W-LAN und sichere Passwörter mit Sonderzeichen und Zahlen. „Ein schwaches Passwort mit fünf Buchstaben ist mit heutigen Methoden innerhalb von 0,03 Sekunden entschlüsselt“, so Brosche. Sollte ein Betrieb oder eine Privatperson bereits Opfer von Internetkriminalität geworden sein, verwies er für Hilfe auf die zentrale Ansprechstelle „ZAC“ des Landeskriminalamts.

Zuletzt wies Hans Schmidt, stellvertretender HWK-Hauptgeschäftsführer eindringlich darauf hin, dass jeder Betrieb aktiv handeln muss. „Am besten noch heute, damit kein schlimmes Szenario erst eintreten kann.“ Oft seien es schon einfache Maßnahmen, die vor Cyber-Kriminalität schützen.

Den kostenlosen Informationsabend führt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz von Januar bis März an insgesamt zwölf Standorten in Ostbayern durch. Weitere Informationen:www.hwkno.de/betriebsfuehrung

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