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Normaler Unterricht ab September - Oder es geht mit Plan B weiter

Bayern - pm (24.06.2020) „Es ist gut, dass die Schulen nicht nur einen Plan A in der Schublade haben, sondern auf mehrere Szenarien vorbereitet sind, und wir flexibel entsprechend des Infektionsgeschehens reagieren können“, sagt Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv).

Kultusminister Michael Piazolo hatte gestern (23. Juni) nach einer Kabinettssitzung in München angekündigt, dass es im neuen Schuljahr ab September voraussichtlich wieder normalen Präsenzunterricht mit entsprechenden Hygienemaßnahmen an den bayerischen Schulen geben soll. Damit wurden auch die Forderungen des brlv aufgegriffen und neben dem Plan A ein entsprechender Plan B erstellt.

Für den Regelbetrieb ab September solle der derzeitige Mindestabstand von eineinhalb Metern aufgehoben werden und in den Klassenzimmern gebe es keine Maskenpflicht, vorausgesetzt die Corona-Fallzahlen im Freistaat entwickeln sich positiv weiter. Entsprechende Hygieneauflagen würden in einem neuen Hygieneplan mit dem Gesundheitsministerium festgelegt.

Piazolo hatte aber auch drei verschiedene Alternativen erläutert, falls kein Regelbetrieb möglich sei: Angefangen von einem Wechsel von Präsenz- und Onlineunterricht nach Neuausbrüchen des Coronavirus nach den Ferien über kurzfristigen Distanzunterricht bei einer hohen Anzahl von Neuinfektionen in bestimmten Regionen bis hin zu flächendeckenden Schulschließungen bei einer zweiten Welle der Corona-Pandemie.

Das Kabinett hatte auch über Konzepte zur Betreuung von Schulkindern in den diesjährigen Sommerferien beraten. „Wir sind sehr froh, dass auf unsere Lehrkräfte keine zusätzliche Mehrarbeit in den Ferien zukommt. Gerade in den vergangenen Wochen mussten viele Lehrkräfte weit über das Maß hinaus arbeiten. Es ist wichtig, dass nach dieser kräftezehrenden Phase nun wieder eine Phase ohne Unterricht kommt“, so Böhm. Kultusministerium und der Bayerische Jugendring richten gemeinsam eine Notbetreuung für Kinder von Eltern ein, deren Jahresurlaub aufgebraucht ist. Diese Angebote werden hauptsächlich den Freizeit-Bereich, aber auch pädagogische Aspekte beinhalten, aber nicht durch Lehrkräfte betreut.

Ab Beginn des neuen Schuljahres werden die bayerischen Realschulen hoffentlich gute Förderangebote anbieten können, um die Schülerinnen und Schüler mit Rückständen gezielt zu unterstützen. Diese sollen sich an Schüler richten, die zunächst auf Probe vorrücken bzw. elementare Defizite in den Kernfächern aufweisen. „Ein Ausbau der integrierten Lehrerreserve ist dabei unbedingt notwendig“, so Böhm.

Piazolo kündigte auch Neuerungen hinsichtlich des Onlineunterrichts an: Er soll in der Schulordnung verankert und die fachliche Betreuung sichergestellt werden. Zudem sollen eine regelmäßige Feedbackkultur, Kontrollen bezüglich Lerninhalten und Fortbildungen für Lehrkräftig eingeführt und die technischen Voraussetzungen verbessert werden.

„Der brlv setzt sich dafür ein, dass die Digitalisierung voranschreitet. Es muss künftig unbedingt Leihgeräte für die Schüler geben und allen Lehrkräften müssen Endgeräte bereitgestellt werden. Mit der Erweiterung der Kommunikationsplattformen und der Klärung der datenschutzrechtlichen Bestimmungenversetzen wir die Schulen vor Ort in die Lage, die jeweils passende Lösung zu finden“, so Böhm abschließend.

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