
Prof. Dr. Markus Schneider erklärt die O-Zelle bei der Führung durch die Musterfabrik. - Foto Hochschue Landshut
pm (10.08.2021) Trotz zunehmender Digitalisierung hält sich die Produktivitätssteigerung in Deutschland seit Jahren bei relativ niedrigen ein bis zwei Prozent. Dabei braucht es Produktivitätszuwächse für nachhaltiges und wirtschaftliches Wachstum.
Prof. Dr. Markus Schneider, wissenschaftlicher Leiter des TZ PULS, veranschaulichte den 30 Teilnehmenden bei der Lab-Tour Ende Juli in Dingolfing, wie die Mitarbeiter- und Flächenproduktivität um 30 bis 60 Prozent gesteigert werden kann. Schlaue Prozesslösungen, intelligente Automatisierung und die patentierte „O-Zelle“ heißen wichtige Zutaten dazu.
Wie geht intelligente Automatisierung?
In seinem Vortrag führte Schneider ein Beispiel dazu aus: „Wie kann die Materialbereitstellung am Arbeitsplatz effizient automatisiert werden? Als Antwort darauf entwickelten wir die Idee der O-Zelle, die die Anordnungsform der U-Zelle umkehrt.“ Das Material wird vom Zentrum der Zelle aus verteilt, während sich die Mitarbeitenden und ihre Arbeitsplätze außen befinden. Dadurch kann das Material an einem Punkt angeliefert und durch einen kollaborierenden Roboter an die Arbeitsplätze verteilt werden.
Für den perfekten Produktionsablauf in produzierenden Unternehmen spielt das richtige Verständnis über die komplexen produktionslogistischen Wirkzusammenhänge eine wichtige Rolle. Im zweiten Vortrag der Lab-Tour erklärte Alexander Zipfel, Leiter des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Augsburg, welchen Mehrwert dabei die Verfügbarkeit der richtigen Informationen bietet: „Entscheidend ist dabei, zunächst die Zielsetzung sowie die Systemgrenzen eindeutig festzulegen. Diese sind Voraussetzung für die Auswahl, Analyse und Bewertung relevanter Informationen im Kontext der Produktion.“ Als essenziell dafür bezeichnete er es, auch die gesetzlichen, gesellschaftlichen und anderweitigen Rahmenbedingungen zu identifizieren und bei der Nutzbarmachung von Informationen einzubeziehen.
Eine Führung durch die Lern- und Musterfabrik des TZ PULS der Hochschule Landshut brachte den Teilnehmenden die Vorteile der verschiedenen Optimierungslösungen nahe und rundete so die Lab-Tour ab.
Ü b e r d i e H o c h s c h u l e L a n d s h u t :
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