
Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Michaela Wirtz betonte das Ziel, die Hochschule stärker in den Stadtkontext zu integrieren. - Fotos: Florian Striegl
Landshut - pm (12.02.2026) Im Oktober startete der erste Architekturstudiengang Niederbayerns an der Hochschule Landshut. In ihrem ersten Semester haben die 24 Studierenden der ersten Kohorte vielfältige Zeichnungen, Entwürfe und Modelle angefertigt, die nun in einer Werkschau in den Räumen der ehemaligen Realschule an der Christoph-Dorner-Straße 18 ausgestellt sind.
Am 9. Februar fand die feierliche Vernissage mit Grußworten des Landshuter Oberbürgermeisters Alexander Putz und der Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Michaela Wirtz statt. Rund 150 Gäste, darunter Vertreter aus Stadt, Architektur, Kultur und Hochschule sowie die Familien und Freunde der Studierenden und zahlreiche Architekturinteressierte waren gekommen.
Parallel zur Vernissage der Studierenden wurde die Wanderausstellung zum „Deutschen Ziegelpreis 2024“ eröffnet, die erstmals in Landshut gezeigt wird. Beide Ausstellungen können noch bis zum 13. März , täglich zwischen 14 und 18 Uhr, besichtigt werden.
Nachhaltigkeitsstrategien in der ehemaligen Realschule in die Tat umsetzen
Der neue Architekturstudiengang ist bayernweit der erste, der die nachhaltige Transformation des Bauwesens und den Umgang mit dem Bestand derart explizit in den Vordergrund rückt. Entsprechend finden die Lehrveranstaltungen auch in vorübergehend leerstehenden Gebäuden in der Stadt Landshut statt. Im laufenden Studienjahr nutzen die Dozierenden und Studierenden zwei Klassenzimmer und zwei Werkräume mit Nebenräumen in der ehemaligen Realschule.

Die Werke der Studierenden begeisterten durch ihre Details.
Nachhaltigkeitsstrategien wie die Weiternutzung von Bestandsgebäuden werden so nicht nur theoretisch vermittelt, sondern praktisch in die Tat umgesetzt. Wie die Werke, Entwürfe und Modelle der Studierenden zeigen, sind die Räume der ehemaligen Realschule außerdem Teil der Lehre geworden: An und mit ihnen übten die Studierenden, Gebäude zu betrachten und zu analysieren und entwarfen passende Möblierungen.
Auftakt für ein noch engeres Zusammenwachsen von Hochschule und Stadt
Oberbürgermeister Alexander Putz freute sich sehr, dass die Räume der ehemaligen Realschule zum Gelingen des ersten Semesters des Architekturstudiengangs beigetragen hätten. Die Studierenden hätten die Räume oft bis spät abends genutzt, um gemeinsam an Projekten zu tüfteln. Die Nutzung der zentral gelegenen Realschule sei außerdem ein wesentlicher Schritt hin zum Traum von mehr Hochschulleben in der Stadt. Die Gespräche über das nächste Quartier des Architekturstudiengangs würden derzeit geführt.
Hochschulpräsidentin Wirtz betonte ebenso das gemeinsame Ziel, die Hochschule stärker in den Stadtkontext zu integrieren. In Räumen wie denen der ehemaligen Realschule könnten sich die Studierenden hautnah mit dem Bestand, der Baukultur und den Bautraditionen auseinandersetzen. Die Zwischennutzung sei der Auftakt für ein noch engeres Zusammenwachsen von Hochschule und Stadt.
Putz und Wirtz waren begeistert von der Fülle und Qualität der Arbeiten, die die Studierenden innerhalb eines Semesters angefertigt haben. Beide dankten außerdem all jenen, die darauf hingewirkt hätten, den Studiengang nach Landshut zu holen. Dazu zählten der Stadtrat Helmut Radlmeier, der Architekt Markus Stenger, der Vorsitzende des Freundeskreises Hochschule Landshut e.V. und Stadtrat Ludwig Zellner, der ehemalige Hochschulpräsident Prof. Dr. Fritz Pörnbacher, der Kanzler Dr. Johann Rist, die Hochschulgremien sowie die Verantwortlichen in der Fakultät Maschinen- und Bauwesen.
Austausch zwischen Studierenden und Dozierenden auf Augenhöhe
Architektur zu studieren hieße zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig anzuspornen und voneinander zu lernen, erklärten Prof. Stephan Rauch und Prof. Veronika Kammerer, die den neuen Studiengang leiten. Das sei in den Räumen der ehemaligen Realschule als „Nährboden“ hervorragend möglich gewesen. Außerdem lobten sie die Begeisterung und das Engagement der ersten Architekturstudierenden in Landshut.
Antonia Seidl und Katharina Reseneder berichteten aus Sicht der Studierenden. Es sei ein besonderes Gefühl, zum ersten Semester des neuen Studiengangs zu gehören, das die Gruppe als Gemeinschaft geprägt habe. Zum Teamgeist hätten auch das gemeinsame Arbeiten in den Räumen der Realschule sowie eine Exkursion nach Venedig drei Tage nach Studienbeginn beigetragen. Ihren Dozierenden dankten sie für den kontinuierlichen Kontakt und den Austausch auf Augenhöhe. Sie seien stolz, ihre ersten Arbeiten nun einem so großen Publikum präsentieren zu dürfen.
Inspiration Ziegelbauweise
Der Deutsche Ziegelpreis wird vom Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie vergeben und zeichnet Projekte aus, die sich mit dem Baustoff Ziegel auseinandersetzen. Gezeigt werden bereits realisierte Bauwerke und ausgezeichnete Arbeiten von Studierenden aus Deutschland. In Landshut wurde die Ausstellung von Annette Drosdeck eröffnet, die die Hochschularbeit Architektur des Bundesverbands leitet. Amelie Stichler, die einen der Studierendenpreise für ihre Bachelorarbeit an der TU München erhalten hat, präsentierte ihren prämierten Entwurf. Die Ausstellung soll Inspiration für die Landshuter Architekturstudierenden bieten. Als Leistungsbild besonders gelungener Bauwerke in Ziegelbauweise ist sie außerdem spannend für Architekturinteressierte aus der Region. Schließlich stellt die Ziegelindustrie in Niederbayern einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar.

