
Von links MdL Martin Stümpfig, MdL Rosi Steinberger, Ing. grad. Dipl.-Phys. Wolfgang Neumann
Der Physiker Wolfgang Neumann hat am Mittwochabend (24.6.) im vollbesetzten Platzl-Saal in der Goldenen Sonne in Landshut das bestätigt, was Rosi Steinberger, Landshuter Abgeordnete der Grünen im Bayerischen Landtag erwartet und befürchtet hatte: wenn im Kraftwerk bei Beginn der Abbauarbeiten noch Brennelemente lagern, ist die Gefahr von Störfällen erhöht.
Die Grüne Landtagsfraktion hatte ein Gutachten bei der Beratungsfirma Intac in Hannover in Auftrag gegeben, das der Physiker Wolfgang Neumann am Mittwochabend in Landshut vorgestellt hat. Rosi Steinberger konnte zu dieser Veranstaltung nicht nur viele interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen, sondern auch ihren Fraktionskollegen Martin Stümpfig, den energiepolitischen Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag.
Stümpfig ging in seiner kurzen Rede vor allem auf die Blockadehaltung der CSU in Sachen Energiewende ein und warnte vor einer drohenden Abkopplung Bayerns vom deutschen Strommarkt: „Bayern braucht Windstrom und nicht 10H“ lautete seine klare Botschaft an die Zuhörer, „die Atomkraft hat ausgedient“.
Die Atomkraft, vielmehr deren Folgen, waren das Thema des Abends. Wolfgang Neumann schilderte die Gefahren, die bestehen, solange sich Kernbrennstoffe in der Anlage befinden und stellte klar, dass das Risiko eines Zwischenfalls nicht ausgeschlossen werden könne. Der Gutachter fordert daher, den Rückbau erst zu beginnen, wenn die Brennstäbe - derzeit sind das mehr als 1700 Stück - abtransportiert sind.
Über die Gründe, weshalb E.ON bereits vorher mit dem Rückbau beginnen wolle, ließ sich auch in der anschließenden Diskussion nur spekulieren.
Rosi Steinberger hat ihre eigene Meinung dazu: „Für E.ON zählen wohl wirtschaftliche Interessen, wir fordern größtmögliche Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und werden diese mit unseren parlamentarischen Initiativen einfordern.“
Ein Redner aus dem Publikum brachte die vorherrschende Meinung der Gäste auf den Punkt: „Wir wollen den Rückbau nicht möglichst schnell, sondern möglichst sicher.“

