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"Ein Mann ist keine Altersvorsorge" - Vortrag von Helma Sicks im Lebenshilfe-Festsaal ein voller Erfolg

altersvorsorgeLandshut (20.02.2016) -  Vor einem vollen Saal hielt Helma Sick, Brigitte-Kolumnistin und Geschäftsführerin von frau&geld, einer Finanzberatung für Frauen, auf Einladung der Friedrich Ebert Stiftung am vergangenen Donnerstag ihren Vortrag „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“. Moderiert wurde die Veranstaltung von MdL Ruth Müller. - Bereits in der Begrüßung ging der Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, Harald Zintl darauf ein, dass einer niederbayerischen Rentnerin im Schnitt 501 Euro pro Monat zum Leben bleiben. Die Landtagsabgeordnete MdL Ruth Müller übernahm die Einleitung in den Abend.

Dabei richtet sie den Blick nach Schweden, das die Notwendigkeit der individuellen finanziellen Absicherung und Eigenständigkeit von Mann und Frau bereits erkannt und auch erfolgreich umgesetzt hat. „Dort arbeitet jeder für seine eigene Rente und Kindererziehungszeiten gelten auch im Beruf als Qualifikation für Beförderungen“, machte sie das gesellschaftliche Bild der Schweden deutlich.

Helma Sicks Vortrag basiert auf dem gemeinsam mit der ehemaligen Frauen- und Familienministerin Renate Schmidt (SPD) verfassten Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“. Mit großer Leidenschaft und einem enormen Sympathiewert erläutert Sick die Notwendigkeit von finanzieller Unabhängigkeit für Frauen, gab Orientierungsbeispiele aus unseren Nachbarländern, betreibt allerdings auch Ursachenforschung in unserer Geschichte für das, auch heute noch oft – so scheint es - erstrebenswerte Lebensmodell der ausschließlichen Hausfrau und Mutter.

Besonders erschreckend ist die Feststellung aus einer Studie. Demnach wollen heute über 90% der Frauen finanziell unabhängig sein, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ihnen enorm wichtig. Das Modell des alleinverdienenden Mannes hat scheinbar ausgedient. Scheinbar – denn gerade in letzter Zeit lässt sich auch bei jungen Frauen ein Rückzug ins häusliche Leben feststellen, die Arbeitswelt wird als rau, die Berufstätigkeit zusätzlich zur Kindererziehung als Belastung statt als Chance gesehen.

Dabei hat der Ausstieg aus dem Beruf lebenslange Auswirkungen. Eindrucksvoll schildert Helma Sick die Folgen von jahrelanger Tätigkeit in Minijobs (70 Euro Rente im Monat!), Angehörigenpflege die selbstverständlich der Frau überlassen wird, Tod des Ehegatten oder Scheidungen. Alles endet in Altersarmut wenn zuvor keine nötigen Vorkehrungen getroffen wurden. Auch die Kosten, die die Gesellschaft für das Leben einer Hausfrau zu tragen hat, rechnet sie anschaulich vor. Nachdem heutzutage jede dritte Ehe geschieden wird, jedoch auch immer mehr nichteheliche Lebensgemeinschaften wieder auseinandergehen, plädiert Sick dafür, bei aller Liebe auch den Verstand nicht auszuschalten. Auf die Äußerung, ein Vertrag passe nicht zur Liebe entgegnet sie gerne: „Liebe Frauen, seid lieber jetzt unromantisch als später arm!“

Neben einem Umdenken von Politik und Wirtschaft fordert Helma Sick jedoch auch von den Frauen selbst, sich nicht nur zu beschweren, sondern selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass sich etwas ändert. „Jammern stabilisiert das System, denn dadurch ändert sich gar nichts. Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen,“ schloss Sick ihren Vortrag.

Für den Erfolg der Veranstaltung spricht die rege Diskussion, die im Anschluss zwischen Helma Sick und dem Publikum, in dem sich auch Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus Landshut und Straubing befanden, entstand. Mit einem Blumenpräsent bedankte sich die stellvertretende Vorsitzende der SPD Landshut, Patricia Steinberger bei Helma Sick für den aufschlussreichen und nachdenklich machenden Vortrag.

Im Bild: Harald Zintl, MdL Ruth Müller,  Referentin Helma Sick und SPD-OB-Kandidatin Patricia Steinberger (re.)

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