München/Landshut (07.09.2016). Nach Durchsicht des auch auf Initiative der Landtags-Grünen gegebenen Berichts des CSU-Umweltministeriums zu Listerienfunden in bayerischen Lebensmitteln fordert die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Rosi Steinberger mehr staatliche Kontrolle.
Zuglech fordert sie weniger Eigenverantwortlichkeit im Überwachungssystem.
„Es reicht nicht aus, wenn die kontrollierenden Labore ihre Befunde nur den kontrollierten Unternehmen mitteilen“, so Rosi Steinberger, „vielmehr müssen bei Listerienfunden unverzüglich auch die Behörden informiert werden, damit diese entsprechende Schutzmaßnahmen für die Verbraucherinnen und Verbraucher einleiten können.“
Aufgelistet werden in dem Ministeriumsbericht (siehe Anlage) 63 auf Listeriose zurückzuführende Todesfälle in Bayern seit dem Jahr 2001 – bei 828 gemeldeten Infektionen. Neben der engeren Kooperation der Labore mit den Kontrollbehörden mahnt Rosi Steinberger auch strengere Kontrollvorschriften an: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Häufigkeit und Umfang der Kontrollen alleine durch die produzierenden Unternehmen festgelegt werden. Da brauchen wir künftig klare Vorschriften, um eine engmaschige Kontrolle sicherzustellen.“
Kritik äußert Rosi Steinberger an der ihrer Ansicht nach schleppenden Ursachenforschung nach einer im April 2013 bekannt gewordenen Häufung von Listeriosefällen in Süddeutschland. „Die Entdeckung der Quelle erfolgte trotzdem per Zufall. Da müssen die Behörden in Zukunft schneller und effektiver kontrollieren. Die Untersuchung von Risikobetrieben muss im Fall einer Epidemie sofort und lückenlos erfolgen. Sonst nimmt man billigend weitere Tote in Kauf“, so Rosi Steinberger

