
Die Gemeinschaftsunterkünfte für 165 Flüchtlinge in den zweistöckigen Gebäuden in Ziegelbauweise mit Satteldach werden die JVA-Mauern deutlich überragen, aber optisch gefälliger sein als Container. - Foto Sobolewski
Landshut (27.01.2017) Die im Innenhof der ehemaligen JVA (bis 2009 belegt) entstehenden Gemeinschaftsunterkünfte für maximal 165 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber werden schon seit Wochen in Ziegelbauweise erstellt. Mittlerweile überragen Gebäudeteile die vier Meter hohe alte, hässliche Gfängnismauer deutlich.
Heute war die Baustelle Thema im Bausenat. Es hagelte Schimpfkanonaden gegen den (etwas höheren) Ziegelbau mit Satteldach, obwohl er sicherlich nach der Fertigstellung deutlich ansehnlicher sein wird als Container vor der unter Denkmalschutz gestellten ehemaligen JVA-Anlage an der Wittstraße. Wir erinnern uns: Lange vor der OB-Wahl sicherte Finanzminister Söder in einem Gespräch mit MdL Radlmeier noch publikumswirksam zu, dass die Zahl der im JVA-Gefängnishof vorgesehenen Flüchtlinge von 136 auf 86 gesenkt werde. Sie sollten in Containern untergebracht werden. Wir berichteten wie andere Meiden auch. Am Ende hat die bayerische Staatsregierung verfügt, dass Container für bis zu 165 Flüchtlinge bzw. Asylbewerber aufgestellt werden. Die Stadt hat zugestimmt. Die Suche nach alternativen Standorten war ja ergebnislos. Von Söder war nichts mehr zu hören.

Die Baustelle im JVA-Innenhof vom Biergarten der Gaststätte am Grätzberg aus fotografiert - Foto Sobolewski
Warum erst jetzt diese Aufregung? Das Staatliche Bauamt - nicht das städtische - erläutert in einer aktuellen Pressemitteilung - die uns vorliegt - das Bauvorhaben sachlich und nüchtern. Dort heißt es, dass die Ziegelbauweise "deutliche Vorteile" gegenüber Containern habe. Auch sie erfolge in Modulbauweise und sei ebenfalls nur für ca. zehn Jahre vorgesehen. Am Ende könnte die Wohnanlage genau so schnell abgebaut werden wie Container. Die Stadt Landshut habe dem Vorhaben in ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 2016 nicht widersprochen.
Ursprünglich wurde eine Planung mit Flachdach (Container) eingereicht, so das Bauamt. Doch zur optischen Verbesserung hat das Bauunternehmen ein flach geneigtes Satteldach vorgeschlagen. Das bedeutet eine Erhöhung der Gesamthöhe um 1,5 bis 2 Meter. Ein Satteldach passe weitaus besser zur denkmalgeschützten Justizvollzugsanstalt und werde für ein optisch "positiveres Erscheinungsbild" sorgen. Diese optische Verbesserung wollte auch die Stadt in ihrem Schreiben vom 4.Juli 2016. Die optische Verbesserung werden vor allem auch die "Förderer" im Hinblick auf die Veranstaltung der Landshuter Hochzeit gegenüber begrüßen. Die Unterkünfte werden bis zum LaHo (Beginn Ende Juni) bezugsfertig. Das Umfeld (die Freiflächen) wird entsprechend gestaltet und auch die Gefängnismauer soll - wie auch die Tore - gefälliger werden.
Das Bauamt wird die neue aktualisierte Planung erneut bei der Stadt vorlegen. Am 10. Februar soll darüber das Plenum (alle 44 Stadträte) entscheiden. Bis dahin ruhen die Bauarbeiten. /hs

