
Landshut (06.02.2017) Verzicht tut gut, oder wie es einmal in einer Werbekampagne hieß;“ Geiz ist g...!“ Fasten bedeutet, neben dem Verzicht, in erster Linie Erneuerung - ein Öffnen des Blickes und Entschleunigung. Deshalb bieten Die Grünen (Landshut Stadt und Land), ÖDP, Bund Naturschutz, das Repair Cafe Landshut, Landshut im Wandel sowie das christliche und evangelische Bildungswerk dieses Jahr eine komplette Vortrags- und Veranstaltungsreihe zum Thema „Plastikfasten“ an.
Neben den ökologischen und politischen Aspekten, soll vor allem das gemeinsame Erarbeiten von Ideen und Strategien im Mittelpunkt stehen. Kompletter Plastikverzicht wird in so kurzer Zeit nicht das Ziel sein können. Jeder wird sein eigenes Tempo herausfinden und kann in diesem Rahmen schon viel für sich und die Umwelt leisten.
Aus Erfahrung weiß man, dass der Einzelhandel sehr schnell auf die Wünsche des Kunden reagiert. Er bietet unter Umständen neben dem Tütenverzicht, an den Wurst- und Käsetheken plastikfreie Verpackungen an. Nachfragen lohnt sich. Ein genaues Hinschauen lohnt sich auch zu Hause. Vielleicht gar nicht so überraschend wird das Erstaunen ausfallen, wie viel Kunstfasergegenstände zu unserem Alltag gehören. Es stellt sich nun die Frage: ist Plastik unverzichtbar- oder kann es auch anders gehen?
Plastik in aller Munde, Plastik vor aller Augen
Trotz oder gar wegen der aktuellen Plastiktütenkampagne vieler Händler und dem „pseudoguten“ Gefühl „Gelber Sack“, verlieren wir Verbraucher das Gespür, wie viel Plastik mittlerweile im Umlauf ist. Und das mit weitreichenden Folgen. In den Ozeanen ist das Problem schon lange nicht mehr übersehbar. So bekam einer der fünf Hauptstrudel, der Nordpazifikwirbel, bereits 1997 den Beinamen „Great Pacific Garbage Patch“ (dt. Großer Pazifikmüllfleck). Durch Wellenbewegung und UV- Licht zersetzt landet dieser Müll pulverisiert in der Nahrungskette.
Doch der Landshuter muss sich gar nicht erst an einen der Ozeane bemühen- bei einer Zählung von Fischlarven in der Donau fanden Forscher mehr Plastikpartikel als entsprechendes Getier. Um den Kreis, oder gar die Schlinge, noch enger um den Verbraucher zu ziehen, finden sich Plastikpartikelchen in Zahnpasta und anderen Kosmetika, sowie Weichmacherrückstände in Urinproben.
Es geht auch anders - bzw. es muss gehen
Achtung Afrikareisende! In Mauretanien sind seit 2013 Plastiktüten verboten. Mit dieser Entscheidung ist das Land nicht allein auf der Welt. Es gibt schon diverse Vorreiter, welche gute Erfahrungen mit dieser Vorgehensweise machten. Ruanda und die Republik Kongo haben ebenfalls, einhergehend mit drakonischen Strafen, entsprechende Verbote erlassen.
Die Europäische Union hat sich dem Thema ebenfalls widmen müssen und sagt den Plastiktüten den Kampf an. Um die Zahl der umweltschädlichen Einwegtüten zu senken, dürfen die EU-Staaten künftig die Beutel besteuern oder national sogar verbieten.
Mittelfristig wäre es sehr begrüßenswert wenn sich Landshut, andere Kommunen als Vorbild, das Ziel. „Plastiktütenfreie Stadt“ zur Aufgabe machen könnte.
Veranstalter sind:
Die Grünen (Stadt und Land), ÖDP, Bund Naturschutz, Repair Cafe, Landshut im Wandel, Evangelisches und katholisches Bildungswerk
Termine und Veranstaltungsorte
02.03. Nadine Schubert, Besser Leben ohne Plastik - Gutenbergweg 16, ebw
07.03. Bettina Kelm, Reisejournalistin - Gutenbergweg 16, ebw
18.03. Infostand vor dem Rathaus
23.03. Diskussion: Hürden und Chancen der Plastikreduzierung im Alltag. - Maximilianstr. 6, cbw
02.04. Repairkaffee
05.04. Eike Hallitzky -Freyung 631, Rieblwirt
12.04. Abschlussveranstaltung
Freyung 631, Rieblwirt
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