
Landshut (27.03.2017) „Fast 90 Prozent der Deutschen wollen eine Kurs-Korrektur in unserem Wirtschaftssystem, um einerseits durch stärkere Berücksichtigung ökologischer Belange unsere Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern und andererseits den sozialen Ausgleich in der Gesellschaft herzustellen“, erläutert Rudolf Fleischmann, ein Gründungsmitglied der Regionalgruppe.
Kurz gesagt, geht es darum, die Zielstellung „Profit-Maximierung“ durch „Gemeinwohl-Optimierung“ zu ersetzen. Der Reformansatz der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) für eine demokratisch-humane Wirtschaft wird damit der Bayerischen Verfassung wirklich gerecht, wie es im Artikel 151 wie folgt heißt: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl“.
„Eine gute Antwort auf diese Forderung bietet die GWÖ mit dem Vorschlag, dass Unternehmen am Jahresende neben der Steuer-Bilanz eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen sollen, in der transparent und nachvollziehbar festgestellt wird, wie die Leistung des Unternehmens für das Gemeinwohl beurteilt wird“, so Dr. Georg Ohmayer, ebenfalls Gründungsmitglied. Ca. 400 Unternehmen hätten bisher schon eine solche Gemeinwohl-Bilanz erstellt und profitieren beispielsweise durch Imagegewinn bei ihren KundInnen. Angestrebt werde aber darüber hinaus, dass überdurchschnittliche Leistungen zum Gemeinwohl auch rechtliche Vorteile z.B. bei Steuern, Krediten und Ausschreibungen für das Unternehmen bringen sollen.
Start dieser GWÖ-Bewegung war 2010, seitdem verbreitet sie sich mit großer Geschwindigkeit über den gesamten Globus. In Bayern wurde der Verein GWÖ-Bayern e.V. (gwoe-bayern.org) gegründet. Neben einigen schon bestehenden Regionalgruppen wird derzeit auch für Landshut eine Regionalgruppe innerhalb dieses Vereins aufgebaut.
Die Gründungsmitglieder Rudolf Fleischmann und Dr. Georg Ohmayer sehen als langfristiges Ziel der Regionalgruppe eine „Gemeinwohlregion Landshut, in der sich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an den Gemeinwohlwerten orientieren“. Diese Gemeinwohlwerte sind u.a. soziale Gerechtigkeit, Transparenz, Mitbestimmung, Menschenwürde, globale Fairness und Solidarität, demokratische Mitbestimmung und ökologische Nachhaltigkeit.
Die Gemeinwohlbewegung versteht sich grundsätzlich als überparteiliche Basisinitiative, will aber natürlich letztendlich auch wählbar werden und sucht deshalb die Unterstützung durch politische Parteien. Bisher ist die ÖDP die einzige Partei, die ausdrücklich die Ziele der GWÖ unterstützt.
„Auch die ÖDP sucht nach neuen Wegen zu einer gemeinwohlorientierten Wirtschaftsordnung. Deshalb unterstützt die ÖDP die Gründung einer GWÖ-Regionalgruppe in Landshut“, so der Kreisvorsitzende Peter Keil.
„Gerade die Stadt Landshut, die einem enormen Wachstumsdruck und Bevölkerungszuzug ausgesetzt ist, muss maßvoll und verantwortungsbewusst mit dem wertvollen Gut 'Fläche' umgehen“, betont ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda. Deshalb hat die ÖDP als einzige politische Partei in Landshut bereits in ihrem Wahlprogramm die Grundzüge des gemeinwohlorientierten Wirtschaftens festgelegt.
„Auch wenn die GWÖ noch eine Vision in der Region Landshut ist, sollten wir den Mut haben, hier neue Wege zu gehen“, argumentieren die Politiker. „Die Gemeinwohl-Ökonomie praktisch zu machen ist die vielleicht wichtigste Herausforderung unserer Generation“, so März-Granda.
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Um interessierten UnternehmerInnen und Privatpersonen den Grundgedanken und die praktische Umsetzung der Gemeinwohlökonomie vorzustellen, findet am Donnerstag, 30. März ab 20 Uhr in der Tafernwirtschaft Schönbrunn eine Informationsveranstaltung mit Vorträgen und Podiumsdiskussion statt. Als Referent konnte u.a. der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank München, Günter Grzega gewonnen werden.
Die GWÖ-Idee wird etwas ausführlicher (knapp 5 Min.) in folgendem Youtube-Video erläutert:
https://www.youtube.com/watch?v=cVFvyd7SmxU
Auf dem Bild oben von links Peter Keil (Vorsitzender ÖDP-Ortsverband Landshut), Elke März-Granda (ÖDP-Stadträtin Landshut), Rudolf Fleischmann (GWÖ-Gründungsmitglied), Dr. Georg Ohmayer (GWÖ-Gründungsmitglied)

