
Furth (14.09.2017) Dass die Gemeinde Furth ein Vorzeigebeispiel für gelungene städtebauliche Innenentwicklung ist, davon konnte sich der parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Florian Pronold bei einem gemeinsamen Rundgang mit dem Further Bürgermeister Andreas Horsche, Gemeinderat Hans-Peter Scherble und der Landshuter Landtagsabgeordneten Ruth Müller persönlich überzeugen.
Zuvor allerdings kam Pronold gerne der Bitte nach, sich in das Goldene Buch der Gemeine einzutragen. In Furth hat man schon vor Jahren damit begonnen, das Ortszentrum aufzuwerten und hat dabei das Entwicklungskonzept gänzlich ohne finanzielle Fördermittel des Bundes umgesetzt. Auch der Sitz des Rathauses entstand aus einer Kooperation mit der örtlichen Raiffeisenbank.
Das neue Dorfzentrum ist nicht nur optisch eine enorme Aufwertung für den Ort, es lässt außerdem keine Wünsche offen. So hat man neben dem Rathaus auch Einkaufsmöglichkeiten, einen Schreibwarenladen, sowie Cafés und Restaurants in unmittelbarer Nähe. Eine Tatsache, die auch dem unmittelbar an den Ortskern angeschlossenen Seniorenheim sehr entgegen kommt. Natürlich kämen auch immer wieder Nachfragen nach der Schaffung von Einkaufsmöglichkeiten durch Discounter auf. Diese müssten jedoch am Ortsrand angesiedelt werden, was wiederum der umsichtig geplanten Innenentwicklung zuwider laufen würde. Dass die Gemeinde Furth mit ihrem neuen Ortszentrum ein beispielhaftes Projekt zur Belebung von Kommunen ist, blieb nicht verborgen. So wurde sie 2014 mit dem Nachhaltigkeitspreis für ihr Konzept ausgezeichnet.
Kloster als Semnar- und Schulungszentrum?
Auf dem Weg zum ehemaligen Kloster der Maristen-Brüder, welches die Gemeinde im Jahr 2015 dem Orden abgekauft hatte, stellt Ruth Müller eine weitere Besonderheit des Ortes heraus. So verfüge Furth über die erste Inklusionsmittelschule des Landkreises Landshut und auch das Gymnasium, das von den Maristen gegründet wurde und in unmittelbarer Näher zum Kloster liegt, habe sich das Thema Inklusion zum Ziel gesetzt. In einem Teilkomplex des Klosters leben noch heute 16 Brüder, der Rest soll als zentrale Entwicklungsfläche einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden. So soll in den Räumlichkeiten des Klosters ein Seminar- und Schulungszentrum entstehen, womit sich Furth ein weiteres Alleinstellungsmerkmal im Landkreis sichert. Noch dazu ist das zukünftige Schulungszentrum verkehrsmäßig sehr günstig gelegen und zeichnet sich durch seine schnelle Anbindung zum Münchner Flughafen aus.
Kirche als Gemeindesal?
Das „Sorgenkind“, so führt Andreas Horsche weiter aus, sei allerdings die dem Klosterkomplex angeschlossene, in den 50er Jahren erbaute Kirche. Auch diese befinde sich im Besitz der Gemeinde, da sie für die Maristen-Brüder, auch aufgrund der hohen Heizkosten, finanziell nicht mehr zu halten war. Nun suche man nach einer möglichst sinnvollen Nachnutzung für das Gebäude. Gerne würde Andreas Horsche das Objekt in einen Gemeindesaal verwandeln, eine Einrichtung die in seiner Gemeinde ohnehin bereits stark nachgefragt wird. Hierfür möchte er mit dem Gemeinderat ein durchdachtes Konzept entwickeln, um den Saal so flexibel wie möglich zu halten, damit er auch für Gottesdienste grundsätzlich noch zur Verfügung stehen könne.
Bunker für 36 Pesonen im Kirchengebäude
Als Experte für Bau und Stadtentwicklung im Bundesumweltministerium regt Florian Pronold an, sich in diesem Zusammenhang die nationale Umweltschutzinitiative des Bundes genauer anzusehen, die für die Bezuschussung energetischer Sanierungen von Kommunen gedacht ist. Ein Hinweis, den Bürgermeister Horsche dankbar aufnimmt. Während der Führung zum kuriosen Highlight des Kirchengebäudes, einem Bunker für 36 Personen, erzählt er: „Mit den Fördermitteln die man in der Zeit des „Kalten Krieges“ in den 50er Jahren für den Bau des Bunkers erhielt, konnte die Kirche mitfinanziert werden“. Heute führt er gerne ausländische Klassen in den Bunker, um ihnen vor Ort über die Zeit des „Kalten Krieges“ und seine Auswirkungen Auskunft zu geben.
Kräutergarten und weiteres Baugebiet
Auf dem Gelände des ehemaligen Klostergartens entsteht ein neuer Kräutergarten mit angeschlossener Destillation, um Besuchern der Tagungsstätte und interessierten Besuchern die Entstehung und Wirkungsweise der von den Maristen selbst hergestellten und weithin bekannten Kräuterdestillate zu veranschaulichen. Weiter südlich im direkten Anschluss wird im Rahmen der Nahverdichtung ein weiteres Baugebiet zur Geschoßbauweise ausgewiesen. Diese Entwicklung begrüßt Ruth Müller: „Auch im ländlichen Gebiet herrscht mittlerweile ein Mangel an bezahlbaren Wohnungen, da viele junge Menschen vor dem Hausbau erst einmal zur Miete wohnen wollen.“ Beide Politiker zeigten sich beeindruckt von der Initiative der Gemeinde und sicherten ihre Unterstützung hinsichtlich Informationen zu möglichen Förderprogrammen zu.
Eintrag Goldenes Buch: v.l. Ruth Müller, MdL; Gemeinderat Hans-Peter Scherble; Florian Pronold, MdB; Bürgermeister Andreas Horsche
In der Kirche von links Gemeinderat Hans-Peter Scherble; Ruth Müller, MdL; Staatssekretär Florian Pronold, MdB; Bürgermeister Andreas Horsche

