Bürgebegehren CONTRA WESTTANGENTE ist in vier Stadtteilen durchgefallen
Landshut (25.09.2017) Die Resultate der beiden Bürgerentscheide zur seit Jahrzehnten umstrittenen Westtangente waren in der Stadt Landshut von vielen Stimmberechtigten mit mindestens ebenso großer Spannung erwartet worden wie die Ergebnisse der zeitgleich stattfindenden Bundestagswahl. Und tatsächlich war das Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern erst nach Mitternacht gelaufen: Gegen 0.45 Uhr lag das vorläufige Endergebnis vor. Weil beide Bürgerbegehren, also sowohl die Vorlage „Pro Westtangente“ als auch die Initiative zum Schutz der Isarauen und gegen die Tangente jeweils mehrheitlich angenommen wurden, gab erst die Stichfrage den Ausschlag.
Insgesamt sprachen sich 61,6 Prozent
der Wähler für den Bau der Westtangente aus – wobei das Projekt in zehn von
elf Stadtteilen sowie bei den Briefwählern auf Zustimmung stieß.
Gegen den Bau der Entlastungsstraße sprachen sich mehrheitlich einzig die Wähler
im Westen aus. Und das auch nur hauchdünn: Ganze 56 Stimmen lagen die Gegner
des Vorhabens vorne; prozentual lautete das Stadtteilergebnis 50,75 zu 49,25 gegen
die Tangente. Genauso spannend verlief die Stichfrage nur noch in der Münchnerau.
Dort allerdings hatten am Ende die Befürworter denkbar knapp mit 50,5 Prozent die
Nase vorne – in absoluten Zahlen betrug der Vorsprung ganze acht Stimmen.
In allen anderen Stadtteilen war die Stichfrage eine mehr oder weniger klare
Angelegenheit. Die größten Anhänger des Projekts wohnen dabei – den Zahlen nach
zu schließen – im Norden und Osten der Stadt. Im Industriegebiet sprachen sich 70,6
Prozent der Wähler für den Bau der Westtangente aus, in Frauenberg-Auloh war die
Zustimmung mit 69,9 Prozent nur unwesentlich geringer. Und auch in Wolfgang
sowie in Peter und Paul erreichten die Befürworter mit jeweils gut 66 Prozent eine
Zweidrittel-Mehrheit.
Was das Abstimmungsverhalten bei den beiden Bürgerbegehren betrifft, fällt auf,
dass die Initiative „Pro Westtangente“ in allen Stadtteilen angenommen wurde – und
zwar auch in West, wo 53,6 Prozent der Wähler mit Ja votierten. In fünf Stadtteilen
lag die Zustimmungsquote sogar teils deutlich jenseits der 70-Prozent-Marke. Das
Bürgerbegehren „Contra Westtangente“ dagegen fiel in vier von elf Stadtteilen durch,
und zwar im Industriegebiet, in Peter und Paul, in Schönbrunn und in Frauenberg- Auloh. Besonders auffällig bei diesem Bürgerentscheid war, das 6875 ungültige
Stimmen abgegeben wurden – zumeist deshalb, weil die Frage gar nicht beantwortet
wurde. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren.
Das vorläufige Ergebnis der Bürgerentscheide zur Westtangente
(Basis: Schnellmeldung)
Bürgerbegehren „Pro Westtangente“
Ja 22.059 Stimmen 66,95 Prozent
Nein 10.889 Stimmen 33,05 Prozent
Ungültig 2.649 Stimmen
Bürgerbegehren „Contra Westtangente“
Ja 15.330 Stimmen 53,37 Prozent
Nein 13.394 Stimmen 46,63 Prozent
Ungültig 6.875 Stimmen
Entscheidende Stichfrage
Bau 20.533 Stimmen 61,59 Prozent
Kein Bau 12.804 Stimmen 38,41 Prozent
Ergebnis der Stichfrage in den Stadtteilen
(Basis: Schnellmeldung)
Altstadt
Bau 56,98 Prozent
Kein Bau 43,02 Prozent
Nikola
Bau 58,29 Prozent
Kein Bau 41,71 Prozent
West
Bau 49,25 Prozent
Kein Bau 50,75 Prozent
Wolfgang
Bau 66,62 Prozent
Kein Bau 33,38 Prozent
Industriegebiet
Bau 70,55 Prozent
Kein Bau 29,45 Prozent
Peter und Paul
Bau 66,02 Prozent
Kein Bau 33,98 Prozent
Schönbrunn
Bau 54,35 Prozent
Kein Bau 45,65 Prozent
Frauenberg
Bau 69,92 Prozent
Kein Bau 30,08 Prozent
Berg
Bau 63,74 Prozent
Kein Bau 36,26 Prozent
Achdorf
Bau 64,55 Prozent
Kein Bau 35,45 Prozent
Münchnerau
Bau 50,50 Prozent
Kein Bau 49,50 Prozent
Briefwahl
Bau 63,54 Prozent
Kein Bau 36,46 Prozent

