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Intelligent in Bildung investieren - Schulkonferenz der SPD in Landshut mit Landeschefin Natascha Kohnen MdL Müller: Bildungsgerechtigkeit für alle überall

schulkonfrnez natascha

Von links MdL Ruth Müller (Lanshut), SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen, MdL Martin Güll, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Bildung und Kultus

Landshut (06.12.2017) Für die Vorteile guter Bildung muss man nicht groß werben. Wirtschaftlicher Wohlstand durch ein gutes Bildungsniveau, berufliche und private Zufriedenheit durch eine qualifizierte Bildungsgrundlage, das sind die Eckpfeiler, über die sich Bürger, aber auch Experten durchgängig einig sind.

Diese Ansprüche aber in intelligente Konzepte unter der Prämisse der Bildungsgerechtigkeit umzusetzen, das hat sich die SPD für die kommenden Monate auf die Fahne geschrieben.

 

In zunächst zehn Bildungskonferenzen beschäftigt sich die SPD Landtagsfraktion nun mit den Sorgen und Nöten von Lehrern, Schülern und Eltern. Für die Landshuter Veranstaltung waren die SPD Landesvorsitzende Natascha Kohnen, der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultus des Bayerischen Landtags, Martin Güll, sowie die örtliche Abgeordnete Ruth Müller auf dem Podium, um von den etwa 30 Gästen aus dem regionalen Bildungsbereich Informationen aus erster Hand zu bekommen. Anhand von vier Themenblöcken – Lehrerversorgung, Ganztagsschule, Inklusion und Digitalisierung – unterzogen die Politiker die Bildungsrealität in Bayern einem Realitätscheck.

 

Beim Thema Lehrerversorgung waren sich alle einig: diese sei in Bayern „auf Kante genäht“. Die vorgehaltenen Lehrerzahlen entsprächen nicht der Realität. „Statistisch gesehen schaut’s in Bayern gut aus, aber die Realität ist eine ganz andere“, so der Bildungspolitiker Martin Güll. Sollte um die Weihnachtszeit eine erste Grippewelle die bayerischen Schulen überrollen, drohten Klassenzusammenlegungen als äußerste Konsequenz. Ob die hohe Unterrichtsverpflichtung der Rektoren das Berufsimage des Schulleiters bereits so geschwächt hat, dass einige bereits freiwillig eine Rückernennung bzw. Entpflichtung von der Leitungstätigkeit beantragt haben, dem wollen die SPD Politiker mit einer Anfrage bei der Bayerischen Staatsregierung auf den Grund gehen.

Im Bereich Inklusion hat sich in allen bereits stattgefundenen Bildungskonferenzen gezeigt, dass nicht „das Rollstuhlkind“ das Problem ist, sondern die vielen Schüler, die mit sozial-emotionalen Problemen die ganze Kraft der LehrerInnen fordern würden. Der Ruf nach pädagogischem Unterstützungspersonal wie etwa Heilpädagogen oder Schulsozialarbeitern, die es beispielsweise in Finnland bereits standardmäßig an allen Schulen gibt, ist bis jetzt in Bayern erfolglos verhallt. Die Lehrkräfte fühlen sich mit diesem Problem alleingelassen.

Auch beim Ausbau der Ganztagsschulen wird es in den kommenden Jahren genug zu tun geben. Der Bedarf ist da, der entscheidende Faktor zum Erfolg liegt in der bedarfsgenauen Umsetzung und in der Planung flexibler Angebote. Die räumliche Enge in den Schulgebäuden ist eine hierbei ganz pragmatische Grenze, die den Schulleitern unter anderem oft bei der Ausweitung der Ganztagsangebote gesetzt ist.

Beim Thema Digitalisierung waren sich alle Anwesenden einig, dass es selbstverständlich sinnvoll ist, wenn diese Fahrt aufnimmt. Aber vor lauter Euphorie über die neue technische Ausstattung an den Schulen darf nicht vergessen werden, dass interaktive Whiteboards oder Touchscreens im Klassenzimmer noch keine automatische Anwenderkompetenz der Schüler mit sich bringt. Digitalisierung in der Bildung macht nur Sinn, wenn diese mit Gelassenheit und Blick auf die Nachhaltigkeit umgesetzt wird. Die Frage nach dem Mehrwert für den Schüler sollte die bestimmende Komponente sein. Hierfür fehlen im Moment noch sinnvolle Konzepte in Bayern. Die hohe Summe an Geldern, die künftig auch in den Bildungsbereich fließen soll, macht keinen Sinn, wenn sie nur in Geräte investiert wird und man die Manpower darüber vergisst. Der Erfolg von Digitalisierungsinnovation im Unterrichtsgeschehen hängt nicht von der Motivation der Lehrer ab, sondern maßgeblich davon, was sie noch zusätzlich leisten können.

„Bildungsgerechtigkeit ist ein wesentliches Anliegen nicht nur von uns als SPD“, fasste Ruth Müller ihre Eindrücke aus der nichtöffentlichen Konferenz zusammen, „wie gerecht ist ein System, bei dem die Schulen in reichen Gemeinden deutlich besser ausgestattet sind oder das bei der Digitalisierung sozial schwächere Familien benachteiligt, weil sich diese schlichtweg keine teuren Geräte für ihre Kinder leisten können?“

Ab dem Frühjahr sollen die wichtigen Anregungen aus den bayernweiten Konferenzen in die parlamentarische Arbeit der SPD im Maximilianeum einfließen. Die SPD Landeschefin Natascha Kohnen war begeistert von der vertrauensvollen Atmosphäre der Diskussion und dem Veranstaltungsformat, das ab dem Frühjahr 2018 an zehn weiteren Standorten fortgesetzt werden wird: „Die Erkenntnisse aus diesem Realitätscheck werden wir bis zum Ende der Legislatur in Anträge gießen. Bildungspolitik in Bayern wird nicht ohne die SPD gemacht!“

 

 

 

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