Landshut (07.12.2017) In der Diskussion zu dem Problem ungesundes Wachstum hält sich hartnäckig die Legende, Ursache seien vor allem Menschen aus München, die zwar weiterhin dort arbeiten, sich aber in Landshut ihren Traum vom noch bezahlbaren Eigenheim verwirklichen. Doch allein die Zahl von jährlich eintausend Neubürgern legt die Annahme nahe, dass diese Legende nicht der Realität entspricht.
Gesicherte Zahlen zur Herkunft der Zuziehenden gibt es allerdings bisher nicht. Um der weiteren Diskussion des Zuzugsproblems eine gesicherte Grundlage zu geben, hält die Grüne Fraktion solche Zahlen für zwingend notwendig. In einem Berichtsantrag fordert sie jetzt genau diese Zahlen zur Herkunft der Neubürger aufgegliedert nach Landkreis, Niederbayern im Übrigen, München, Bayern im Übrigen, weiteres Bundesgebiet sowie andere Staaten.
Zur Beschaffung von bezahlbarem Wohnraum sowohl für die in Landshut schon Wohnenden als auch für die Zuziehenden sieht die Grüne Fraktion die Lösung nicht im Eigenheim. Ein Einheimischenmodell bei der Vergabe von Baugrundstücken für Einfamilienhäuser, das in Landshut übrigens schon seit langem praktiziert wird, mag zwar wünschenswert sein. Zur Lösung des Problems ungesundes Wachstum wird es nach Einschätzung der Grünen Fraktion so gut wie nichts beitragen. Dazu kommt, dass die Stadt – soweit derzeit absehbar – auf Jahre hinaus keine für Eigenheimbebauung geeigneten Flächen zur Verfügung haben wird. In den privaten Grundstücksmarkt kann sie nicht eingreifen. Die vom bezahlbaren Eigenheim träumenden Münchener, soweit es sie in spürbarer Zahl überhaupt gibt, hält man am besten dadurch von Landshut fern, dass künftig bei der Ausweisung von neuem Bauland der Schwerpunkt endlich auf den Geschosswohnungsbau gelegt wird. Dass dies auch für die in Landshut schon wohnenden Bürgerinnen und Bürger zwingend notwendig ist, versteht sich von selbst.
Der Antrag von drei Grünen Stadträten - Gruber, Borgmann, Metzger - lautet:
Die Verwaltung berichtet dem Stadtrat auf der Grundlage der verfügbaren aktuellen Zahlen:
Woher kommen die nach Landshut zuziehenden Personen, aufgegliedert wie folgt
- Landkreis Landshut
- übriges Niederbayern
- München
- übriges Bayern
- Bundesgebiet außerhalb Bayerns
- andere Staaten
Begründung:
Der anhaltend starke Zuzug nach Landshut stellt die Stadt vor erhebliche Probleme. Bevor der Stadtrat sich mit der Frage befasst, ob überhaupt und wenn ja wodurch und auf welche Weise dieser Zuzug eingedämmt werden kann, sollte eine gesicherte Zahlenbasis vorliegen zu der Frage, wie sich dieser Zuzug regional aufteilt. Eventuell können daraus Rückschlüsse gezogen werden, warum die Menschen nach Landshut ziehen.
gez.
Stefan Gruber, Fraktionsvorsitzender
Hedwig Borgmann, Stadträtin
Hermann Metzger. Stadtrat

