Verliert Landshuts OB Putz das Landratsamt und auch das Grüne Zentrum an den Landkreis von Peter Dreier? Der Wegzug der Rettungleitstelle nach Essenbach ist schon entschieden.
Landkreis Landshut (11.12.2017) Das Landshuter Landratsamt befand sich bis zur Gebietsreform (1972) mitten in der Stadt Landshut, direkt neben St. Martin, dort wo heute das Restaurant "Denkma(hl)l - ehemals Cafe Börse - zu finden ist.
Als das Kreiskrankenhaus Achdorf 1978 neu gebaut wurde, konnte das Landratsamt in das ehemalige Krankenhaus um- und einziehen. Der Landkreis ist seit der Gebietsreform vom 98.000 auf heute 155.000 Einwohner angewachsen. Allein in der Amtszeit von Landrat Josef Neumeier (1990 bis 2002) nahm der Landkreis um 20.000 Einwohner zu. Heute, Montag, soll also um 14 Uhr bei der öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses im alten Sitzungssaal des Landratsamtes eine Vorentscheidung über den künftigen Standort eines völig neuen Landratsamtes fallen.
Bewerbergemeinden sind Essenbach, Altdorf, Kumhausen, und Altfraunhofen, nicht jedoch die größte Landkreisgemeinde Ergolding (12.200 Einw.) - aber weiterhin auch die Stadt Landshut. Sie hat ein ausreichend großes Baugelände in der Nachbarschaft zur neuen Justizvollzugsanstalt - mit Ausblick auf das Salzdorfer Tal angeboten. Favorisiert wird allgemein ein Standort in der 11.000 Einwohner großen Gemeinde Essenbach und zwar dort, wo auch die neue Rettungsleitstelle des Zweckverbands gebaut werden wird, unweit von der Eskara-Halle und der Musikschule. Die Baukosten für das neue Landratsamt dürften sich auf 35 bis 45 Millionen Euro belaufen. Es soll Platz für 450 Mitarbeiter bieten. Dazu kommt ein Parkplatz mit 550 Stellplätzen. Der wäre in Essenbach eigentlich schon zum Teil bei der Eskara-Halle vorhanden.
Für Landshut wäre der Wegzug des Landratsamtes ein großer Verlust. Das Oberzentrum Landshut würde eine sehr wichtige Behörde verlieren. In ganz Bayern wäre dies ein fast einmaliger Vorgang. Wenn dann auch noch das sog. Grüne Zentrum nicht in Landshut sondern ebenfalls in einer Landkreisgemeinde gebaut wird, so ist Landshut gleich der zweifache Verlierer, inclusive der Rettungsleitstelle sogar der dreifache Verlierer. Angeblich können sich das Landwirtschaftsministerium und die Stadt nicht auf einen Kaufpreis für das Baugrundstück für das neue Grüne Zentrum einigen. Auffallend ist, dass die 44 Stadträte nicht wirklich um den Verbleib des Landratsamtes mit aller Kraft werben. Ein Abzug des Landratsamtes etwa aus Passau, Regensburg oder gar München Stadt ist vergleichsweise nicht vorstellbar. Landshut hat ja mit der Polizeireform schon das Polizeipräsidium an Straubing verloren. Das schmerzt die Landshuter heute noch sehr. /hs

