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Medizinische Versorgung auf neue Beine stellen - BARMER-Landeschefin im Gespräch mit MdL Radlmeier

Wöhler Barmer

Prof. Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer und MdL Helmut Radlmeier.

Landshut - pm (08.05.2019) Wie kann man eine flächendeckende medizinische Versorgung auch in Zukunft gewährleisten und sogar noch verbessern? Dieser Frage gingen Professor Dr. Claudia Wöhler, die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern, und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier nach. Basis des Dialogs war das neue 10-Punkte-Papier der Barmer zur Gesundheitsversorgung. Der Leitsatz: Die Vernetzung und Verzahnung der Sektoren.

Das Gesundheitswesen in Deutschland setzt sich bisher aus Bereichen zusammen, die viel zu wenig miteinander arbeiten. Jeder Sektor, etwa die ambulante und die stationäre Versorgung, die Reha oder die Pflege, hat dabei seine eigenen Regeln, Verwaltungs- und Abrechnungsapparate. Mittendrin in diesem System: Der einzelne Patient. Der sollte mehr in den Mittelpunkt gerückt werden, wie Wöhler und Radlmeier finden.

Hinzu kommen die weiteren Probleme, mit denen das Gesundheitswesen zu kämpfen hat: In der Pflege herrscht deutschlandweit an großer Mangel an Fachkräften, im ländlichen Raum wird es immer schwieriger, neue Hausärzte zu finden, die Notaufnahmen sind oft überfüllt.

Modellregion Landshut
Ein möglicher Ausweg aus Sicht der Barmer: Das Nebeneinander der Sektoren aufbrechen und fließende Übergänge schaffen. "Wir wollen eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung", machte Wöhler deutlich. Für eine optimale Versorgung vor Ort müssten sich auch die Leistungserbringer vernetzen. Regionale Versorgungsverbünde ermöglichten hierbei den Austausch zwischen Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, Therapeuten und Pflegeheimen in Echtzeit. "Dazu gehören auch digitalisierte Prozesse und eine sektorenübergreifende Datenautobahn", fordert Wöhler. Ein Praxistest wäre am besten. Dafür schlägt die Barmer Modellregionen vor, in denen Schritt für Schritt neue Konzepte angewandt und überprüft werden könnten.

Radlmeier brachte hier die Region Landshut ins Spiel. Die Region sei aufgrund ihrer Lage interessant: Auf der einen Seite gehöre man aufgrund der Nähe zur Metropolregion München. Auf der anderen Seite seit man ländlicher Raum. Außerdem gebe es innerhalb der Region große Unterschiede und damit Herausforderungen zwischen der Stadt und ländlichen Gemeinden. Der Erkenntnisgewinn als Modellregion sei daher groß. Ein weiterer Pluspunkt: Seit 2018 sind Stadt und Landkreis Landshut als GesundheitsregionPlus ausgewiesen. Durch regionale Netzwerke sollen Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung weiter verbessert werden. Die Gesundheitsregion könnte man als Basis nutzen für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit. Außerdem gehöre die Region auch in anderen Bereichen zu den Vorreitern, etwa bei der akademischen Ausbildung von Hebammen, so Radlmeier.

Digitalisierung nutzen
Einen echten Mehrwert für die Patienten gerade auf dem Land sehen Wöhler und Radlmeier auch in der Digitalisierung. Durch die Einführung einer umfassenden elektronischen Patientenakte oder etwa des elektronischen Rezepts könnte und wird sich vieles für den Patienten erleichtern. "Bisher muss man wegen jedem Rezept extra zum Arzt. Das ist nicht mehr zeitgemäß und gerade für Berufstätige oft schwierig. Sinnvoller wäre es, wenn der Arzt seinen Patienten die Rezepte auch elektronisch ausstellen könnte", findet Wöhler. Die Grundlagen für das elektronische Rezept schafft der Bund derzeit. Nachdem auch weitere Projekte hin zu einer Digitalisierung des Gesundheitswesens voranschreiten, werde man bald die Vorteile für die Patienten spüren, waren sich Wöhler und Radlmeier einig.

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