Oberbürgermeister Alexander Putz, 2016 und 2020 als FDP-Kandidat gewählt, jetzt parteifrei - Foto welt.de
Landshut - hs (30.07.2022) 27 der 72 Monate der gemeinsamen zweiten Amtsperiode von Oberbürgermeister Alexander Putz und den 44 Stadträten sind mit dem 31. Juli geschafft. Ende April 2023 ist bereits "Halbzeit". Schon wird vermehrt die Frage nach den nächsten OB-Kandidaten und neuen Stadtratskandidatenlisten gestellt. Die Wahlen von OB und Stadträten erfolgt ja wohl erneut Anfang März 2026. Es wird einen neuen Oberbürgermeister geben. Das steht fest. Alexander Putz (59) hat wiederholt eine weitere Amtsperiode ausgeschlossen. Der neue Rathauschef bzw. eine neue Rathauschefin wird sicherlich wieder einer Partei angehören. Die Aktivitäten potentieller OB-Kandidaten werden ja bereits aufmerksam beobachtet.
Zuvor, im Herbst 2023, findet ja die Landtagswahl statt und ein Jahr später (2024) die Europawahl. Auch die nächste Bundestagswahl ist im Herbst 2025 und damit wohl gut ein halbes Jahr vor den Kommunalwahlen in Bayern. Da mündet der Bundestags-Wahlkampf direkt in den OB- und Stadtratswahlkampf bzw. die Wahl der Landräte, der Gemeindebürgermeister, der Kreisräte und der Gemeinderäte. Die Bezirksräte werden bereits bei der Lantagswahl mitgewählt.
Vorerst haben die gewählten Politiker auf lokaker, auf Landesebene und auf Bundesebene bis Mitte September "Ferien". In Landshut wird diese Urlaubszeit lediglich am Freitag,19. August (15 Uhr) durch die öffentliche Sitzung des Feiensenats unterbrochen. Unmittelbar danach ist ja traditionell Bieranstich durch den Oberbürgemeister vor dem Rathaus zum Auftakt der zehntägigen Bartlmädult.
Die Gewerbesteuer sprudelt in diesem Nach-Coronajahr wieder reichlich, so die erfreuliche Mitteilung der jungen Stadtkämmerers Klaus Peißinger in einer der letzten Sitzungen. Veranschlagt waren für 2022 ja nur ca. 42 Millionen Euro, die jüngsten Hochrechnungen gehen von über 53 Millionen Euro allein bei der Gewerbesteuer für das laufende Jahr aus. Da wurde sofort der Wunsch nach einem vorgezogenen Baubeginn des Stadttheaters (80 bis100 Mio. Euro) laut, doch Oberbürgermeister Putz musste sogleich erläutern, dass die Mehreinnahmen wohl nicht einmal die Preissteigerungen bei den Großbauten wie die neue Realschule auffangen können. Dieser Schulbau in der Münchnerau wurde 2019 mit 52 Millionen Euro veranschlagt, wird aber eher um die 70 Millionen Euro bis zur Fertigstellung 2024 kosten.
Die überall feststellbaren eklatanten Preissteigerungen werden sicher auch den Wohnungsbau in Landshut empfindlich einbremsen. Da ist eine Halbierung der fertiggestellten Wohnungen im Vergleich zu den Jahren vor Corona - da waren es pro Jahr 350 bis 550 neugebaute Wohnungen - zu befürchten. Andererseits nimmt der Zuzüg von Neubürgern, vorzugsweise von osteropäischen EU-Staaten (insbesondere Rumänien), nach Landshut wieder deutlich zu. Es werden also zusätzliche Wohnungen benötigt.
Noch eine Anmerkung zu Gebietsreform vor 50 Jahren, also von 1972. Sie hat dazu geführt, dass die 35 Landkreisgemeinden des heute 161.000 Einwohner großen Landkreises insgesamt ca. 60 000 Einwohner dazugewonnen haben, vor allem die stadtnahen Gemeinden, während die Stadt Landshut lediglich um ca.16.000 Einwohner zugenommen hat. In den 35 Amtsjahren von Oberbürgermeister Josef Deimer (1970 bis 2004) waren es nur ca. 2 500, während in den Jahren unter den Amtsnachfolgern Hans Rampf (2005 bis 2016) und Alexander Putz (seit 2017) der Einwohnerzuwachs gut 13.500 Personen betrug, in erster Linie jedoch durch ausländische Neubürger/innen. Der Zu- und Wegzug von Deutschen hält sich seit Jahren die Waage.

