Keine besonderen Vorkommnisse. Dieser Wahlsonntag verläuft bisher im Landshuter Stadtgebiet - hier im Bild ein Wähler im Bauzunfthaus - weitgehend geräuschlos. In den 61 Wahllokalen gaben bis 13.15 Uhr erst 14,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Erfahrungsgemäß, so das Wahlamt der Stadt, kommen in den restlichen fünf Nachmittagsstunden deutlich mehr Wählerinnen ud Wähler in die Wahllokale. Es ist also damit zu rechnen, dass insgesamt ca. 32 Prozent in den Wahllokalen ihre Stimme abgeben.
Dazu kommen dann noch die 22 Prozent Briefwähler. Befürchtungen, dass die Wahlbeteiligung bei einer Landtags- und Bezirkstagswahl erstmals unter 50 Prozent sinken könnte, dürften sich nicht bewahrheiten.
Um 18 Uhr erfahren wir an den Fernsehschirmen die ersten Hochrechnungen. Die spannenste Frage ist wohl die, ob die FDP wieder den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schafft. Die Umfragen in den letzten zwei, drei Tagen sehen die Liberalen nicht mehr im nächsten Bayerischen Landtag. Eine Alleinregierung der CSU unter Horst Seehofer ist eher wahrscheinlich. Doch Vorsicht: Auch vor fünf Jahren wurde die CSU bei Umfragen mit 47 bis 49 Prozent gehandelt und landete dann bei 43,4 Prozent. Doch damals hießen die CSU-Spitzenkandidaten Günther Beckstein und Erwin Huber. Die großen Gewinner waren 2008 die Freien Wähler mit 10,2 Prozent vor den Grünen und der FDP.
FW-Landesvorsitzender Hubert Aiwanger (42) will in der nächsten Legislaturperiode unbedingt mitregieren. Am liebsten zwar mit SPD und Grünen, doch notfalls auch als Juniorpartner der CSU. Aiwanger könnte dann stellvertretender Ministerpräsident und Wirtshaftsminister werden oder auch Strippenzieher als Fraktionsvorsitzender bleiben.
Auf lokaler Ebne, im Stimmkreis Landshut, wird wohl der Banker Helmut Radlmeier (46) erstmals in der Nachfolge von Gertraud Goderbauer (Ergolding) in den Landtag gewählt. Gleiches gilt für die Kandidatin der Grünen, Rosi Steinberger (53) aus Kumhausen. Sie ist ja die Spitzenkandidatin der Grünen in Niederbayern. Ganz klar auch, der Rottenburger Hubert Aiwanger wird für die Freien Wähler wieder sicher ein Landtagsmandat erringen. Gute Chancen hat auch erstmals die SPD-Kandidatin Ruth Müller (46) aus Pfeffenhausen. Die SPD in Stadt und Landkreis ist ja seit vielen Jahren ohne jedes Landtags- oder Bundestagsmandat. Auch im Bezirkstag ist die SPD nicht vertreten. Die Grünen haben überregional die Rolle der SPD auf allen Ebenen übernommen.
Freiherr zu Gumppenberg (71) hat keine Chance mehr auf ein Landtagsmandat, selbst wenn seine FDP wieder über fünf Prozent kommen sollte. Ihm bleibt freilch weiterhin der Sitz im Kreistag.
Die Linken müssen in Bayern ebenso auf ein Wahl-Wunder hoffen wie auch die ÖDP, die Bayernpartei oder die Piraten.
Wir berichten natürlich ab 18.00 Uhr ausführlich über die lokalen Wahlergebnisse. Wer will, kann das Auszählen der Stimmen in seinem Wahllokal verfolgen und später ab 18.30 Uhr miterleben, wie im großen Plenarsaal des Rathauses die Ergebnisse eintreffen. Dort sind auch Vertreter aller Parteien versammelt. /hs

