Sofort nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 wurden zahlreiche Schutzmaßnahmen an vielen deutschen Atomkraftwerken vorgenommen. Doch der für dringend nötig erachtete Bau der Mauer um das atomare Zwischenlager Bella in Ohu/Niederaichbach wird verzögert.
Hierzu befragte diese Woche der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der FREIEN WÄHLER, Hubert Aiwanger, das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.
Aus dem Ministerium heißt es, die Reaktorkatastrophe von Fukushima und die geplanten Baumaßnahmen an allen bundesdeutschen Standortzwischenlagern „stehen in keinerlei Zusammenhang". „Das ist schlichtweg unwahr. Sofort nach Fukushima wurden zahlreiche neue Schutzprüfungen eingeleitet", sagt Hubert Aiwanger.
Weiter erklärt das Ministerium, dass der Bau der Mauer erst nach Erteilung der atomrechtlichen Genehmigung durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erfolgen kann und es hierbei keine Informationen über den Stand des laufenden Genehmigungsverfahrens hat. Aiwanger kritisiert die Ignoranz des Umweltministeriums: „Das ist völlig inakzeptabel. Es besteht kein Interesse, Gefahren für die Bevölkerung zu vermeiden." Der Abgeordnete ist enttäuscht vom Ministerium, für die Anwohner sei es ein „Schlag ins Gesicht".
Absurd findet Aiwanger dagegen die Pläne von Ministerpräsident Horst Seehofer, den Abstand von Windrädern zur nächsten Wohnbebauung auf zwei Kilometer auszuweiten. „Das ist grotesk, denn in Niederaichbach und in den Essenbacher Ortsteilen wohnen die Menschen deutlich näher als zwei Kilometer am Atomkraftwerk."

